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Freitag, 3. Februar 2017

Shitstorms und was danach kommt - So You've Been Publicly Shamed

Wir alle sind online - manche mehr und manche weniger. Doch wahrscheinlich jeder hat es schon erlebt, daran teilgenommen oder war vielleicht sogar Ausgang davon - eines Shitstorms in den sozialen Medien. Was es mit dem Phänomen auf sich hat und was danach kommt ist doch mal eine Interessante Frage und darum hat mich "So You've Been Publicly Shamed" auch so neugierig gemacht.


Shitstorms und Public Shaming sind mittlerweile fast schon alltäglich im Internet. Anonymität, die Sicherheit der Massen und Interpretationsspielräume machen die Kommunikation im Internet einerseits zu einem sehr interessanten Medium, allerdings auch zu einem sehr gefährlichen. Denn oftmals wird das geschriebene Wort zu ernst genommen, die Message falsch verstanden und so schnell kann man sich gar nicht versehen wird der eigene Post zur Internetlachnummer oder gar zum Aggressions-Ziel.

Doch was kommt danach? Was passiert nach dem Shitstorm und wie gehen Betroffene damit um? Das und einiges mehr um public shaming hat sich Jon Ronson angesehen.


Es könnte doch fast ein Wort der letzten Jahre sein - Shitstorm. Wer kennt sie nicht, beobachtet nur von außen oder ist live dabei. Ganz egal auf welcher Seite. Doch jetzt möge bitte jeder mal ehrlich zu sich selbst sein - wer denkt darüber nach was mit den angegriffenen Personen in weiterer Folge passiert? Wer würde die Dinge die er/sie im Internet sagt dem Betroffenen offen und von Angesicht zu Angesicht genauso sagen?

Jon Ronson hat sich ein paar (extreme) Beispiele herausgesucht des public shamings. Autoren denen Lügerein in ihren veröffentlichten Büchern nachgewiesen wurden, Journalisten denen auf Grund von unbedachten sarkastischen Witzen Rassismus vorgeworfen wird oder auch Spaßfotos die im Internet komplett in den Dreck gezogen wurden. Von einer Seite betrachtet haben die Angriffe vielleicht immer ihre Art der Berechtigung, doch denk jemand daran, vielleicht mal genauer nachzufragen was dahinter steckt? Oder den Schreiber aufmerksam zu machen, dass die Wortwahl vielleicht nicht ganz so gut gewählt war? Kaum.

Die Resultate die daraus folgen können sind schwerwiegend in den gefundenen Beispielen. Kündigungen, Umzug, Rückzug, finanzieller Ruin und fast schon Identitätsverlust. So weit kann public shaming die Betroffenen führen und das vielleicht nur durch ein Missverständnis.

Es ist wirklich schon erschreckend diese Geschichten zu lesen, gerade weil aus so manch Mücke ein Elefant gemacht werden kann ohne das die angegriffene Intention dahinter stand. Oftmals kann man sich rechtfertigen was man möchte - wenn das Internet entschieden hat, dass ist das Urteil gefällt.

Das Buch beschäftigt sich aber nicht nur damit was nach dem Shitstorm passieren kann, sondern auch damit wie die Betroffenen damit umgehen. Wie kommt man aus dem Dilemma vielleicht wieder heraus? Im besten Fall so unbeschadet wie möglich. Auf jeden Fall nicht sehr leicht, denn das Internet vergisst nicht.

Nach dem Lesen von "So You've Been Publicly Shamed" muss ich zugeben mir so einige Gedanken über unsere Kommunikation und unseren Umgang im Internet gemacht zu haben. Es ist erschreckend zu sehen wie leicht die Massen hinter Anonymität und dem Gruppenzusammenhalt im Internet über so manche Grenze steigen. Ebenso wie man danach erst recht doppelt und dreifach überlegt was man im Internet postet und ob einem daraus nicht doch irgendwie ein Strick gedreht werden könnte weil es irgendwem in den falschen Hals kommt. Vielleicht versteht irgendwer meinen geschriebenen Sarkasmus irgendwann einmal nicht, vielleicht geht die versteckte Message in einem Post unter und das geschrieben Wort wir für gültig erklärt. Es kann so schnell gehen, und genau das ist man sich nach "So You've Been Publicly Shamed" auf jeden Fall bewusst.

Wirklich empfehlenswert zu lesen und trotz des doch eher "trockenen" und harten Themas sehr flüssig zu lesen. Jon Ronson hat sich schon einige Gedanken gemacht und auf jeden Fall Augen öffnende Beispiele gebracht. Auch wenn es die sind, die für mich der einzige Minuspunkt sind - denn es sind fast schon zu viele Extremfälle. Hauptsächlich geht es um Personen die schon vor ihren Shamings zumindest öffentlich tätig waren und nur sehr selten um 0815 Menschne wie zum Beispiel mich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsicht in das public shamin von nicht ganz so brenzligen Menschen gewünscht, was vielleicht auch ein wenig die Darstellung aller Shamin-Situationen entschärft hätte. Denn einerseits vergisst das Internet nie - es ist aber auch sehr schnell wieder gelangweilt und von etwas anderem abgelenkt.

Was man jedoch auf jeden Fall mitnehmen kann: Einen respektvolleren Umgang miteineander - ganz egal ob von Angesicht zu Angesicht oder im Internet. Hinter jedem Posting stecken Menschen und ein Nachfragen wie Dinge gemeint waren oder ein Hinweis auf eventuell schlechte Formulieren kann hie und da nicht schaden. Nicht jeder schlecht formulierte und gepostete Witz outet sofort einen Rassisten, doch der Nachgeschmack bleibt hängen.

 

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