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Sonntag, 25. Dezember 2016

Bookish Talk #3 - Lesechallenges

Das neue Jahr schreitet mit großen Schritten näher, Weihnachten ist vorbei und in genau einer Woche schreiben wir bereits 2017 hinter unser Datum. Gerade jetzt, gegen Ende des Jahres sprießen wieder jede Menge Challenges aus dem Boden. 2015 habe ich noch wirklich aktiv an einigen davon teilgenommen, dieses Jahr habe ich noch einige davon mit Enthusiasmus begonnen und Laufe des Jahres fallen lassen. Wieso, weshalb und warum es mir ohne Challenges besser geht - darüber will ich heute quatschen.


2015 hab ich an 4 verschiedenen Challenges teilgenommen und sie alle durchgezogen. Nicht alle erfolgreich vollständig beendet, aber alle bis zum Ende des Jahres aktuell gehalten und so viel wie möglich versucht Bücher zu lesen, die auch in die unterschiedlichen Challenges passen um einen Fortschritt verzeichnen zu können. Es hat Spaß gemacht und sich gut angefühlt.

Voller Elan bin ich zu Beginn dieses Jahres (man ist das mittlerweile schon wieder lange her, die Zeit vergeht viel zu schnell) auch wieder in zwei Challenges gestartet. Ich hatte bereits reduziert, einfach weil mir die Zuordnung von einem Buch in vier verschiedene Challenges einfach zu mühsam war. Doch im Laufe des Jahres haben sich meine Aktualisierungen immer mehr im Rahmen gehalten, ich war einige Bücher, manchmal sogar Wochen bis irgendwann Monate im Rückstand mit der Aktualisierung. Irgendwann habe ich für mich selbst entschieden auch die letzte richtige Challenge fallen zu lassen. Nur mehr an einer bin ich hängen geblieben: Meiner Goodreads Reading Challenge, bei der nur eine Leseziel für das Jahr gesetzt wird.

Woher diese Sinneswandlung kommt und warum ich in Zukunft (zumindest momentan) auch keine Lesechallenges außer der Goodreads Challenge mehr beginnen werde will ich gerne mit euch teilen.
Eine Challenge ist und sollte auch ein Ansporn sein zu Lesen. Ganz egal was, ganz egal zu welchem Thema - das kommt natürlich immer auf die Challenge an. Entweder man versucht das Alphabet nach Autoren-Initialien abzugrasen, Protagonisten zu alphabetisieren oder zu bestimmten Themen und Fragestellungen ein passendes Buch zu finden. Grundsätzlich ein wirklich witziges System, bis zu dem Zeitpunkt wo diese Challenges das eigene Leseverhalten beeinflussen und nicht mehr nur Motivation sind.

Ich habe es bei Challenges immer so gehalten, dass ich einfach gelesen habe wonach mir gerade der Kopf steht und danach geschaut habe auf welche Themen, Buchstaben, Initialien ich das Buch/den Autor/die Protagonisten anwenden kann. Das funktioniert prinzipiell ganz gut, gerade zu Beginn weil man einfach noch eine riesige Auswahl an Themenstellungen hat. 
Gegen Ende der Challenges sind die Wahlmöglichkeiten allerdings natürlich beschränkter weil der Fortschritt sichtbar wird. Doch dann setzt natürlich auch der Ehrgeiz ein. Denn immerhin beginnt man eine Challenge ja nicht schon mit dem Vorsatz sie nicht zu beenden. Man will so gut wie möglich abschließen, auch wenn ich nie die Intention hatte sie alle vervollständigen zu müssen. Und da hat es begonnen mir keinen Spaß mehr zu machen.

Bei mir hat es darin geendet, dass ich mir die Challenge Fortschritte anderer Teilnehmer durchgesehen habe und versucht habe zu den bestimmten Themen (Buchstaben,...) passende Bücher zu finden. Meistens waren es natürlich "Problemfragestellungen" die gar nicht so einfach zu finden waren. Dann findet man Lösungen dazu - die entsprechen aber oftmals überhaupt nicht dem eigenen Lesegeschmack.
Wenn man sich durchbeißen will durch die Challenge und keinen anderen Ausweg findet, dann greift man halt eben mal zu einer Notlösung. Prinzipiell auch gar nicht so tragisch, so erkundet man durchaus auch mal andere Bücher, Genres und Autoren und findet vielleicht etwas überraschenderweise doch Interessantes von dem man es vorher gar nicht erwartet hätte.
Doch für mich waren diese Notlösungen eigentlich immer schrecklich. Die Bücher haben mir nicht gefallen, entsprachen gar nicht meinen Geschmack oder waren schlichtweg langweilig (für mich). Das tut dem Lesefluss dann überhaupt nicht gut und zieht alles nur noch mehr in die Länge, wodurch man erst Recht in Rückstand bei den Challenges kommt. Es war der Ehrgeiz, der mich dazu getrieben hat diese Notlösungen zu lesen, obwohl ich schon im Vorhinein wusste, dass es mir wahrscheinlich gegen den Strich gehen wird.

Außerdem war es mir schlichtweg einfach irgendwann zu anstrengend bei jedem Buch das ich gelesen habe immer sofort Mitzudenken während des Lesens. Welche Protagonisten kommen alle vor, habe ich diese Buchstaben schon verwendet oder kann ich das Buch noch "gebrauchen? Passt eine Fragestellung der Challenges dazu? Habe ich die Autor Initialen bereits verwendet? Und so weiter, et cetera pp... 
Das gibt dem Vergnügen beim Lesen so einen Anstrich von Arbeit, der mir mit der Zeit (und immerhin habe ich das ganze mehr als ein Jahr lang wirklich durchgezogen) einfach zu anstrengend geworden ist. Ich will einfach nur in "Ruhe" mein Buch lesen, es genießen (oder sicherlich dazwischen auch gerne einmal hassen) und mich nicht von Challenges beeinflussen und vor allem lenken lassen.


Die letzte Challenge die bei mir noch steht und auch die letzte ist die ich sicherlich auch im nächsten Jahr noch weiterführen werden ist meine Goodreads Lesechallenge. Ein Jahresziel an Büchern das man sich selbst setzt - nicht mehr und nicht weniger. Natürlich braucht ihr dafür nicht unbedingt Goodreads, aber die Sammlung ist dort halt sehr einfach organisiert und der Fortschritt super angenehm dokumentiert.

Diese Challenge werde ich wieder mitnehmen ins nächste Jahr - auch wenn ich sie dieses Jahr um Längen nicht geschafft habe. Einfach weil es Spaß macht seine Bücher (neben dem eigenen Blog) zu katalogisieren und zu sammeln, weil es Ansporn ist sein "Monatspensum" zu erreichen (auch wenn es Monate gibt wo man Bücherweise im Rückstand ist) und weil man schlichtweg lesen kann was man und will und wonach einem die Nase gerade steht. Es geht einzig und alleine darum zu Lesen.

Allerdings habe ich auch hier dieses Jahr gelernt mir keinen Stress zu machen, selbst wenn man sein gestecktes Ziel nicht erreicht. Man plant diese Dinge am Anfang eines Jahres - wo man keine Ahnung hat was gesamt Jahr bringen wird. Dinge passieren, die man nicht beeinflussen kann und es darf auch durchaus dazwischen mal eine Leseflaute geben die sich einschleicht. Nicht jedes Jahr ist gleich und was man das Jahr davor ohne Probleme geschafft hat bringt man im nächsten einfach nicht mehr unter. Eine Challenge ist ein Ziel und kein Zwang. Es sollt Spaß machen und mehr nicht, alles andere ist kontraproduktiv und bei mir ist es (leider?) zu ehrgeizigem Zwang ausgeartet.

Zwischendurch habe ich mit dem Gedanken gespielt mein Ziel für dieses Jahr einfach runter zu setzen um es zu erreichen. Aber es fühlt sich einfach wie Betrug an mir selbst an. Ich wollte etwas schaffen und es ist nicht gelungen. Davon geht die Welt aber nicht unter. Nächstes Jahr werde ich mein Ziel nicht mehr so hoch schrauben - obwohl ich es 2015 erreicht habe. Doch die Bedingungen dazu waren anders. Ich war nicht Vollzeit arbeiten, habe studiert und nur nebenbei gearbeitet. Da blieb bei mir einfach mehr Zeit übrig. Jetzt will ich zwischendurch auch mal ausspannen und nichts tun - und so wie sich das eigene Leben verändert, so muss man auch seine Ziele anpassen.

Meine letzte übriggeblieben Challenge ist für mich einfach nur eine Dokumentation meines Lesejahres - nicht mehr und nicht weniger. Ich will mich zu nichts zwingen, sondern mir nur ein Ziel stecken und versuchen es zu erreichen. Aber prinzipiell will Spaß am Lesen haben und das geht für mich mit anderen Challenges leider nicht mehr.


Warum dieser Beitrag gerade jetzt online geht - ganz einfach: Jetzt sind die letzten Tage um Challenges zu beenden und vollständig zu bekommen. Gerade jetzt ist der eigene Druck den man sich macht am Größten. Man sucht Bücher nur mehr nach Dicke aus um so viel wie möglich zu lesen, liest nur mehr nach Autorennamen oder Protagonisten und versucht noch so viel wie möglich unter zu bringen.

Doch ehrlich mal Leute: Es ist Weihnachten und man sollte die Zeit genießen und Bücher lesen, die einem Spaß und Freude bereiten. Oder gar nichts lesen, weil man die Zeit lieber mit Freunden und Familie verbringt. Man sollte die Zeit einfach genießen und zwar einfach so wie man selbst es gerne möchte. Der Zwang (den man sich einfach selbst macht) ruiniert nur die eigene Emotion zum Buch.

Ich schraube in Zukunft meine Erwartungen einfach ein wenig herunter. Natürlich freue ich mich wenn ich meine Leseziele erreiche aber wenn nicht, dann heißt das nur, dass ich meine Zeit anders investiert habe und solange ich mir selbst gegenüber sagen kann, dass ich diese Zeit gut investiert habe ist alles perfekt!



Kommentare:

  1. Liebe Nina,

    deinen Beitrag kann ich total unterschreiben.
    Ich habe am Anfang meiner Bloggerzeit auch an so vielen Challenges mitgemacht und ständig versucht, Bücher zu lesen, die dazu passen. Dann kam meine Blogpause, die auch mit diesem Zwang, nur Bücher zu lesen, die in irgendwelche Kriterien passen, zusammenhing.
    Als ich dann wieder anfing zu Bloggen, habe ich mir vorgenommen, an keinen Challenges mehr teilzunehmen. Zwar habe ich diesen Vorsatz gebrochen, in dem ich an der Drachenmond Challenge teilgenommen habe, aber die läuft eher nebenbei.
    Auch für nächstes Jahr habe ich mich bei einer Challenge angemeldet. Dabei geht es aber nicht um stumpfes Bücher nach Kriterien zu lesen, sondern es ist eine Challenge, bei der man sich austauschen soll. Zwar gibt es monatlich ein SuB-Voting, Zeit für diese Bücher, die ausgesucht werden, hat man aber bis Ende des Jahrs. Außerdem stehen auch gemeinsame Leserunden an. Ich weiß also, dass dies keine Challenge ist, die mich komplett unter Druck setzt.

    Ich finde deinen Beitrag wirklich gelungen, weil er eben die Botschaft hat, dass man sich beim Lesen nicht stressen soll. Es werden einem im Alltag doch schon genug Dinge aufgezwungen, die man nicht gerne macht. Wieso sollte man sich dann auch noch bei seinem Hobby Druck machen?

    Ich wünsche dir noch schöne Tage bis zum Jahresende und bedanke mich auch hier noch einmal für die tolle Organisation des Weihnachtswichteln :)

    Liebe Grüße,
    Book-Cats

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    1. Genau das war auch mein Ziel. Wer Spaß und Freude an Challenges hat - der soll auch bitte jeder Zeit und gerne daran teilnehmen!

      Für mich war es eben irgendwann mehr Zwang als Spaß und da hab ich mir Gedanken darüber gemacht. Hätte ich daran festgehalten wäre es vielleicht auch irgendwann in einer Bloggerpause geendet, einfach weil der selbt auferlegte Druck zu hoch wird!

      Aber grundsätzlich ist Lesen ein Hobby und daran sollte man Spaß haben. Für mich heißt das auf Challenges verzichten, für andere sind es genau die Teilnahmen daran.

      Ich musste es mir einfach von der Seele schreiben :)

      Liebe Grüße
      Nina

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  2. Hey Nina,
    Ich habe mir überlegt auch so einen Beitrag zu schreiben, dass ich mich "freue", dass jetzt wieder all die tollen Challenges aus den Boden sprießen. Ich selbst hab jedoch nie bei so etwas mit gemacht, weil es für mich keinen Sinn macht. Ich lese das was ich will und nicht das was gerade bei einer Challenge bestimmt wurde. Hach. ^^
    Aber die Goodreadschallenge wird für mich auch bestehen blieben, obwohl ich sie dieses Jahr nicht geschafft habe. ;)

    Dir noch schöne Weihnachtstage,
    Liebe Grüße,
    Sarah von Büchermops

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    1. Ja ein Jahr lang war es eigentlich wirklich lustig - bis auf den letzten Monat wo ich sogar kurz überlegt hatte Kitsch zu lesen nur um einen Buchstaben abzuarbeiten. Was eigentlich für mich gar nicht geht!

      Goodreads ist für mich einfach nur ein schönes Tracking, keine wirkliche Challenge. Mein Ziel von diesem Jahr hab ich auch um Meilen verfehlt aber was solls. Ging sich eben nicht aus, davon geht die Welt nicht unter!

      LG Nina
      (wir sollten eigentlich unbedingt mal wieder ein Treffen machen!)

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  3. Ich habe früher auch gerne an Challenges teilgenommen - oder zumindest angefangen. Anfangs bin ich immer motiviert und mit Begeisterung dabei, suche mir schon Bücher raus, die ich lesen möchte und die zu den Aufgaben passen. Nach ein paar Monaten vergesse ich das aber völlig und im nachhinein erst zu schauen, welche Aufgaben ich versehentlich erfüllt habe, fand ich auch doof. Deshalb habe ich auch vor einer Weile beschlossen, mich da einfach rauszuhalten. Und wie du schon sagst, möchte ich mich auch nicht zwingen lassen, bestimmte Bücher zu lesen, auf die ich gar keine Lust habe, nur weil sie zu den Aufgaben passen. Eine Ausnahme war da jetzt nur die Messeblueschallenge, weil die Aufgaben da recht leicht zu erfüllen waren, es nur über einen kurzen Zeitraum ging und ich trotzdem nur die Bücher gelesen habe, die ich sowieso lesen wollte. Dadurch habe ich mich also nicht eingeschränkt gefühlt und es hat nur motiviert, genau wie es sein sollte :)
    Das Goodreads Ziel setze ich mir aber auch jedes Jahr, das finde ich super.

    Liebe Grüße!

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    1. Ja bei mir war es genauso - ich habe irgendwann im Nachhinein darauf schauen müssen, was ich jetzt alles eigentlich erfüllt hatte und das hat mir echt den letzten Nerv geraubt. Da lasse ich lieber die Finger davon und aktualisiere dafür meinen Blog öfter :)

      Liebe Grüße
      Nina

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  4. Ich finde, das ist genau die richtige Einstellung! :-) Lesen sollte Spaß machen und nicht zusätzlichen Druck machen!

    Happy New Year :-)
    Nana

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