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Sonntag, 11. Dezember 2016

Bookish Talk #2 - Lesen in Orginalsprache

Es ist wieder an der Zeit - lasst uns über Bücher reden. Diesmal etwas, was aufmerksame Verfolger meines Blogs wahrscheinlich schon gemerkt haben - ich lese primär fast nur mehr auf Englisch (in den meisten Fällen die Originalsprache). Aber warum das so ist, darüber habe ich mir mal Gedanken gemacht.


Wer des Öfteren mal bei mir vorbei schaut und vielleicht auch ein bisschen die Vergangenheit meines Blogs kennt, der wird gemerkt haben, dass ich immer weniger deutsche Bücher rezensiere und lese. Hauptsächlich kommen Rezensionen zu englischen Büchern (zwar auf Deutsch geschrieben) aber der Anteil an deutschen Übersetzungen und/oder deutschen Originalen lässt nach. Das hat den ein oder anderen relativ triftigen Grund.

Ersten: Über die letzten Jahre hinweg wollte ich immer wieder mal etwas englisches zwsichendurch lesen. Einfach um in der Sprache drinnen zu bleiben, den Wortschatz zu erweitern oder zumindest zu erhalten. Das klingt erst mal alles sehr klug und fast schon intellektuell - nein darum ging es mir nie. Aber es war zwischendurch immer wieder mal schön auch etwas im Original zu lesen. Es hat einfach einen ganz eigenen Reiz wenn man weiß die originalen Wörter des Autors zu lesen und nicht die Übersetzungen davon.
Zu Beginn hab ich dafür noch immer um einiges länger gebraucht als für deutsche Lektüre. Klar, man liest langsamer, genauer, muss das ein oder andere Wort vielleicht sogar nachschlagen. Aber mit der Zeit wird alles einfacher - und irgendwann war ich einfach fast schon gleichschnell wie mit deutschen Büchern. Also warum nicht komplett umsteigen, denn es gibt andere Vorteile auch noch!

Zweitens: Die Bücher kommen alle viel früher raus! Ich mein ganz ehrlich, wer kennt das nicht, da hat man endlich ein neues geniales Buch gefunden und muss ewig warten bis es übersetzt wird. Da greife ich einfach mittlerweile viel lieber gleich zum englischen Original, denn ja - ich bin ungeduldig und habe keine Lust zu warten. Ich will das Buch lesen, wenn ich es entdeckt habe oder zumindest dann schon besitzen können (denn mein SuB weist eindeutig darauf hin, dass ich viel zu viele Bücher besitze als das ich sofort alle neu gekauften lesen könnte - aber darum momentan ja auch das Buchkaufverbot!). Die Wartezeit zwischen Folgebänden wird einem dadurch zwar nicht erspart, aber man kann zumindest insgesamt früher beginnen.

Drittens: Manche Übersetzungen sind einfach schlecht! Nichts gegen Übersetzungen im Allgemeinen, aber vieles kann einfach nicht erhalten bleiben bei einer Übersetzung. Wortspiele funktionieren nicht mehr und Wortwitze gehen verloren. Da kann kaum ein Übersetzter was dafür (auch wenn ein guter Übersetzter den richtigen Dreh drauf hat) aber die deutsche und die englische Sprache sind einfach viel zu unterschiedlich. Aber was bringt es mir ein Buch zu lesen, wenn der halbe Spaß dann verloren geht? Zudem ist die englische Sprache einfach viel schöner in den meisten Fällen. Satzbau und Wortschatz sind viel weitreichender und somit viel außergewöhnlicher. Das will ich beim Lesen nicht vermissen - gerade wenn man es erst einmal erlebt hat und sich mit der Zeit auch richtig wohl darin fühlt.

Viertens: Die Bücher sind billiger! Wer viel Bücher kauft und sich schon mal mit dem englischen und deutschen Buchpreis beschäftigt hat, der wird gemerkt haben, dass die englischen Ausgaben im selben Format (Taschenbuch oder Hardcover) zumeist doch um einiges günstiger sind.Zumindest wenn man sich ein bisschen auf die Suche begibt und auch vor online kaufen nicht zurück schreckt.
Natürlich kann man jetzt argumentieren - ja Material und Verarbeitung sind in vielen Fällen günstiger. Das Papier ist dünner, die Klebungen vielleicht weniger fest. Aber ich gestehe - ich liebe das! Weil es weitere Vorteile bringt als nur den Preis. Die Bücher sind leichter und passen einfach besser in die Tasche! Nachdem ich sehr viel eine "Unterwegsleserin" bin also perfekt für mich. Und die ein oder andere Macke im Buch stört mich nach dem Lesen auch nicht. So sieht man wenigstens, dass die Bücher gelesen (und in den meisten Fällen geliebt) wurden.

Fünftens: Der fünfte Punkt ist einer, der vielleicht nicht ausschlaggebend sein mag, aber doch - gerade beim Bücherkauf - wichtig ist. Die Cover der Bücher! Und die sind einfach im Englischen fast immer um einiges schöner. Einfach viel durchdachter, besser auf die Geschichten zugeschnitten und schlichtweg schöner. Zumindest für mich.
Klar ist das nämlich ein extrem subjektiver Punkt und auch meine Meinung dazu hat sich in den letzten Jahren stark gedreht. Konnte ich vor wenigen Jahren mit dem englischen Layout noch gar nichts anfangen, kommt mir heute bei den meisten deutschen Layouts - sehr hart gesagt - das Kotzen. Irgendwie sieht alles nur mehr gleich aus, aber darüber will ich jetzt gar nicht zu viel motzen (vielleicht kommt ja noch mal ein extra Sudern darüber - einmal hab ich mich ja schon beschwert darüber und momentan steht mir eigentlich fast schon wieder die Nase nach einem weitern Beitrag solcher Art).

Sechstens: Die Auswahl! Warum werdet ihr euch vielleicht fragen, den es gibt doch eh so viele Übersetzungen? Ja viele - aber eben nicht alle. Wer sich erst einmal beginnt durch das Angebot an englischen Bücher zu stöbern (und ich gehe hier eigentlich hauptsächlich nur von Neuerscheinungen aus und nicht von Klassikern oder älterer Literatur) der wird herausfinden, dass es einfach immer noch jede Menge Bücher gibt die GAR NICHT übersetzt werden. Einfach weil der deutsche Markt keinen Platz für sie sieht obwohl sie vielleicht in das eigene (also euer!) Leseschema passen. Gerade was Young Adult, Science Fictund und Fantasy betrifft gibt es so viel mehr zu entdecken als man glaubt. Warum einschränken lassen wenn man doch in einem ganzen Paradiese voller Szenarien und Geschichten leben kann!

Siebstens: Wenn man englische Bücher liest zahlt sich eine Urlaub in London oder Amerika einfach gleich doppelt so viel aus ;D
Wer erst einmal in einer britischen Buchhandlung oder gar beim Riesen Barnes & Noble drinnen war, der will die Regale dort wahrscheinlich am liebsten gleich gar nicht mehr verlassen! So viel Auswahl und das alles direkt vor den eigenen Augen und Fingern! Zu schön um wahr zu sein aber eben doch real. Ja das ist sicherlich kein allzu tragender Punkt, aber ich schwöre euch - jedes einzelne Mal ein Gefühl wie im Himmel! (Und gleich eine viel triftigere Ausrede um aus dem Urlaub mehr Bücher mitzunehmen - denn die gibt es teilweise bei uns zumindest nicht sofort auf die Hand!)

Man sieht - ich hab meine Gründe und bin mittlerweile wirklich beinahe vollkommen umgestiegen auf englische Bücher. Meine Regale daheim sprechen Bände dazu. Sämtliche deutschen Bücher wurden fast schon verbannt. Die positiven Gründe überwiegen für mich einfach und das wird wohl in Zukunft auf so bleiben. Wer einmal im Sog der englischen Bücher ist, der wird nicht mehr so leicht wieder losgelassen. Aber ich liebe es auch ♥


Kommentare:

  1. Das kann ich genau so unterschreiben! Ich lese zwar immer noch viel auf deutsch, aber bevorzugt doch auf englisch. Mein SuB gibt nur einfach noch zu viele Übersetzungen her und das tauschen ist so auch leichter, aber kaufen tue ich doch eher die englische Version.
    Für mich macht auch das Lesen in der Originalsprache das meiste aus, auch wenn die anderen Argumente noch dazu kommen. Alles was auch nur annähernd witzig sein könnte, lese ich lieber im Original, weil sich Humor so schlecht übersetzen lässt. Das gleiche gilt auch für alles mit Liebesgeschichte, weil das auf deutsch zu oft einfach nur unglaublich kitschig klingt und es sich auf englisch einfach natürlicher liest.
    Dass die Bücher minderwertiger hergestellt sind, höre ich immer wieder als Gegenargument, aber das habe ich so noch nicht als Nachteil feststellen können. Was ich weiß ist, dass ich kein englisches Buch mit Leserillen besitze (außer AsoIaF mit 1000 Seiten), weil die Buchrücken meistens viel flexibler sind. Für mich also auch eher ein Pluspunkt.

    Liebe Grüße!

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    1. Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt!
      Und vor allem auch, dass es noch andere Leute gibt die mir da zustimmen können!
      Liebe Grüße
      Nina

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  2. Gute Argumente, um auf Englisch zu lesen. Bei meinen historischen Romanen, gibt es allerdings auch viele gute Autoren, die auf deutsch schreiben, deswegen könnte ich gar nicht komplett auf englisch umsteigen. Rebecca Gablé würde mir schon sehr fehlen. ;)
    Wenn die Bücher allerdings im Original auf Englisch erschienen sind, dann greife auch ich meist dazu. Meine Serien gucke ich mittlerweile auch auf Englisch. Da ist das ganz ähnlich wie bei Büchern. Es geht bei der Synchonisation doch so einiges verloren und es macht überhaupt nichts, wenn man nicht hundertprozentig jedes Wort versteht.
    Und wie du so schön schreibst, am Anfang dauert es länger und ist auch nicht unbedingt einfach, aber es wird besser und irgendwann ist es fast genauso wie deutsche Bücher zu lesen. :)

    LG, Moni

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    1. Hallo Moni!
      Klar, wenn die Bücher von deutschsprachigen Autoren sind, dann lese ich die auch auf Deutsch. Da hab ich auch ein paar persönliche Favoriten, da wäre es ja auch genau umgekehrt umständlich die erst in der Übersetzung zu lesen.

      Bei Serien geht es mir auch genau so wie dir. Da habe ich sogar schon viel früher damit angefangen. Zuerst mit Untertitel vor vielen Jahren und jetzt nur mehr auf Englisch. Ebenso bei Filmen - zum Glück spielt es das meiste auch immer irgendwo in OV im Kino!

      Liebe Grüße
      Nina

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  3. Hi,
    ich kann das voll und ganz nachvollziehen, ich lese auch lieber englisch, da mich manche Stile von Übersetzen einfach nerven und ich wie du meine Reihen lieber schneller weiterlese =) Hinzu kommt, dass ich als Lektorin arbeite und oft Probleme habe, abzuschalten. Paar Sachen triggern mich dann und ich fange an "Fehler" zu finden. Das nervt mich dann selbst so sehr, dass ich einfach lieber englisch lese, da fällt es mir nicht auf (bin ja kein Muttersprachler^^).
    Mir ist bei Punkt sechs nur aufgefallen, dass ich es bisschen schade finde, dass du dann eher nach (unbekannten) englischen Autoren schaust, statt dir den deutschen Markt anzusehen. Und damit meine ich deutsche Fantasy etc. Vor allem bei kleineren Verlagen findet man ja sehr viele gute Autoren, die in dem Bereich schreiben. Genauso wie viele Selfpublisher. Ich will dir da auch keinen Vorwurf machen, mir ist nur selber aufgefallen, dass ich lieber bei englischen Autoren schaue, statt die deutschen Verlage abzuklappern oder halt die SPer. Dabei ist das deutsche Angebot alles andere als klein. Fast schon schade, dass man bei den großen Verlagen mehr Übersetzungen findet. Sonst würden vermutlich die deutschen Autoren mehr Beachtung erhalten.

    Liebe Grüße
    Maria

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    1. Hallo Maria!
      Das kann ich mir gut vorstellen, dass es gerade als Lektorin nochmal schwerer ist. Und Fehler finden will man gar nicht wenn man sich eigentlich bei einer Lektüre entspannen will.

      Das ich mehr auf dem englischen Markt schaue stimmt definitiv - da gebe ich dir total Recht! Da fällt garantiert einiges bei mir durch den Rost, was auf dem deutschen Markt herauskommt und mir dadurch gar nicht mehr ins Auge sticht.
      Bei SP muss ich allerdings gestehen (auch wenn es sicherlich schade ist) da lasse ich meistens grundsätzlich die Finger davon. Dafür werde ich jetzt sicherlich ein paar böse Blicke ernten, ich bin damit aber leider auch schon zu sehr eingefahren. Klar ist es einerseits traurig, sich von Verlagen mehr oder weniger vorschreiben zu lassen was "lesenswert" ist, allerdings hat das manchmal auch so seinen guten Grund warum Dinge nicht verlegt werden. Es gibt da draußen sicherlich SP-Perlen! Das will ich gar nicht abstreiten und weiß ich auch, aber da ist mir die Suche leider zu anstrengend und die Gefahr zu groß völlig daneben zu greifen. Ist mir eben leider schon ein paar Mal passiert. Und so ganz aus dem Blick sind die deutschen Bücher bei mir ja trotzdem auch nicht - wenn man im Buchhandel arbeitet geht das auch gar nicht ;D

      Liebe Grüße
      Nina

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