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Samstag, 19. November 2016

Wie die Rote Königin zur Königin wurde - Heartless

Lange habe ich darauf gewartet und seit den "Lunar Chronicles" nicht mehr so auf ein Buch gewartet. Nach den Märchen-Retellings kommt aus der Feder von Marissa Meyer ein Buch in Anlehnung an "Alice im Wunderland" insbesonderen zur Roten Königin. Ehrlich - die Frau hatte mich schon bei Alice! Kein Wunder also, dass ich mich sofort Kopf über ins Wunderland gestürzt habe.


Catherine - uns allen in späterer Folge bekannt als die Rote Königin - hat eigentlich alles was sich ein junges Mädchen wünschen könnte. Sie ist in gutem Hause geboren und der König möchte um ihre Hand anhalten und sie zu seiner Königin machen. Doch Catherine möchte eigentlich etwas ganz anderes. Sie würde viel lieber gemeinsam mit ihrer Dienerin eine kleine Bäckerei aufmachen, ihr Hobby zum Traumberuf machen und irgednwann die große Liebe finden. Vielleicht sogar im neuen Hofnarren des Königs, denn Jest hat es ihr irgendwie angetan.

Auf viel Begeisterung stößt Catherine mit ihren Träumen nicht, ihre Eltern wollen sie als Königin sehen und erlauben kaum Widerrede. Doch sie will diesen Gegenspruch nicht einfach sich sitzen lassen - und versucht ihr Bestes um das zu bekommen, was sie sich wünscht... Zumindest wissen wir wie es ausgeht - was dazwischen passiert erzählt "Heartless".


Die Erwartungen waren enorm hoch. ENORM hoch. Die "Lunar Chronicles" waren genial und einfach fast schon überirdisch gut. Wenn aus der Feder der selben Autorin jetzt auch noch eine Geschichte mit Bezug zu "Alice im Wunderland" kommt dürfte für meine Verhältnisse eigentlich alles gebongt sein. Das hatte ich zumindest erwartet und wurde - leider - enttäuscht.

Woher die Enttäuschung kommt: Wir kennen die Rote Königin alle nur zu gut. Launisch, mürrisch und auf jeden Fall ordentlich böse. In "Heartless" geht es genau darum wie sie so geworden ist. Man erwartet sich somit zu erfahren wie aus einem jungen und eigentlich privilegierten Mädchen diese grantige Schrulle geworden ist. Das bekommt man zwar auch - aber in Form einer schnulzigen Liebesgeschichte... Ganz hart gesagt ist es eigentlich nicht mehr.

Wer mich kennt weiß schon mal, ich lese kaum Liebesgeschichten und finde sie einfach nur kitschig und schnulzig. Ich kann mit diesem Genre einfach Nichts anfangen. Umso weniger, wenn ich mir etwas anderes erwartet hätte. Eine Liebesgeschichte als Aufhänger ist ja durchaus in Ordnung aber irgendwann hätte ich halt doch gerne mehr den Umschwung zur Königin gesehen wie wir sie kennen. Nicht nur charakterlich sondern auch storytechnisch. Viel zu lange zieht sich der Traum der Bäckerei und das Hadern damit ob sie die Hand des Königs akzeptieren soll oder nicht. Viel zu viel Schnulze, viel zu viel Gejammer und viel zu wenig Abenteuer, Wunderland oder irgendetwas, das die Geschichte ein bisschen aufputschen würde.

Klar - das Wunderland und die Anspielungen an die verrückte Welt sind da. Es gibt eine Teeparty mit den üblichen Verdächtigen, die Grinsekatze schaut immer mal wieder vorbei und auch Kricket wird gespielt. Aber das ist einfach zu wenig, denn im Vordergrund steht immer Catherine mit ihrer Suche nach der Liebe... Ich bin fast versucht *blabla* zu schreiben und werde es (zumindest nicht unkommentiert) tun, weil ich natürlich weiß, dass viele von diesen negativen und fast schon genervten Reaktionen von meiner Abneigung gegenüber Lovestories kommt.

Ich wollte einfach mehr sehen. Mehr Wahnsinn, mehr Wunderland und mehr Transformation im Charakter der Roten Königin. Lange ist sie einfach nur das liebe kleine Mädchen, dass mit ihren Entscheidungen im Leben hadert. Und plötzlich soll sie von Null auf beinahe schon 100 die böse Königin sein die wir kennen? Kein langsames anschleichen, keine kleinen Ticks die sich langsam aber doch durchsetzen, keine Transformation sondern eine Kehrtwendung die zu abrupt scheint. Gerne hätte ich gesehen wie sich Catherine langsam verändert und nicht nur wie sie laaange und breit darüber sinniert ob sie den König nun heiraten soll oder doch gegen ihre Eltern entscheiden soll und sich ihrem Traum widmet.

Gegen Ende - und hiermit meine ich wirklich die letzten 50-70 Seiten von dem Buch, wir reden hier also gerade mal von 10-15% der gesamten Geschichte - wird das ganze ein bisschen besser. Endlich wird alles abgedrehter, die Rote Königin kommt zum Vorschein und die gesamte Story geht endlich dorthin wo ich es erwartet hatte. Allerdings ist das leider schon viel zu spät. Davor habe ich mich schon über drei Viertel des Buches darüber geärgert wie schnulzig und langweilig es doch ist. Ein gutes oder zumindest passables Ende rettet eben kein gesamtes Buch, denn ohne mein Durchhaltevermögen und den Glauben daran noch irgendetwas Gutes in den Seiten zu finden hätte ich wohl bereits viel früher aufgehört zu lesen.

Wäre dieser Link zum Wunderland nicht und das ganze Buch als "Frauenliteratur" bezeichnet - würde ich wahrscheinlich gar nicht so viel herumjammern. Dann ist die ganze Story vollkommen in Ordnung. Aber gerade diese Verbindungen passt halt irgendwie nicht und ist dafür viel zu wenig vorhanden. Die "Anspielungen" an das Wunderland - anders will ich es gar nicht nennen weil viel mehr ist es lange einfach nicht - sind zwar nett aber zu wenig. Für mich genügt es nicht einfach nur hin und wieder eine (geniale!) Grinsekatze einzustreuen oder die Welt hinter den Spiegeln anzusprechen. Ein halbwegs ordentlicher und verrückter Abschluss macht es eben nicht aus - das Wunderland ist mehr als nur Labyrinthe und Teeparties. Das Wunderland ist eine Grundeinstellung, ein Feeling, das hier einfach nicht aufkommt - bis auf die letzten paar Seiten. Schade, denn ich hatte mir echt Großes erhofft und war fast schon überzeugt nicht enttäuscht werden zu können.

Es tut mir wirklich fast schon weh so "böse" über dieses Buch zu reden - ich fühle mich fast schon selbst so grantig und böswillig wie die Rote Königin selbst - aber ich kann mit "Heartless" einfach nicht viel anfangen. Die Grundgeschichte mit dieser massiven Liebesstory kommt bei mir einfach nicht an - meine Erwartungen waren ganz andere und wurden damit leider vollkommen enttäuscht.

Nur wer auf Liebesgeschichten mit einem klitzekleinen Touch von "Alice in Wunderland" lesen will, der sollte wirklich zu "Heartless" greifen - alle anderen sollen sich danach nicht beschweren, dass ich sie nicht gewarnt hätte ;) Denn ich gebe zu - egal was man mir davon erzählt hätte, ich hätte es selbst auch trotzdem gelesen. Einfach weil ich DAS nie erwartet hätte.


PS: Ja - ich habe wirklich lange mit mir gehadert, ob ich nur 2 Punkte vergeben soll. Aber 3 Punkte sind für mich einfach zu viel, denn 3 Punkte würde behaupten, dass ich die Story "OK" fand und dafür habe ich einfach viel zu viele Probleme damit. Es ist und bleibt nun mal meine eigene und persönliche Meinung und die wird auch davon beeinflusst, dass ich schlichtweg mit Liebesgeschichten nichts am Hut habe. Für jeden der damit weniger Probleme hat, der wird auch mit der gesamten Story, der Verbindung mit dem Wunderland und dem gesamten Buch nicht so viele Probleme haben wie ich. Aber für mich ist es nun mal so und mir blutet echt das Herz so wenige Punkte zu vergeben, aber es geht einfach nicht anders. Ich wollte dieses Buch lieben weil ich Marissa Meyer, ihre Lunar Chronicles und Alice im Wunderland liebe, aber es geht einfach nicht.

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