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Samstag, 12. November 2016

Bookish Talk #1 - Buchkaufverbot... und das gleich vier Monate

Ja ihr hab alle den Titel dieses Blogbeitrages richtig gelesen. Buchkaufverbot! Vier Monate! Wieso, warum und weshalb will ich euch erklären und was es mir bringt. Denn ich bin schon mittendrinnen, genauer gesagt ist die Hälfte der Zeit schon wieder um...



Eigentlich war es eine sehr spontane Aktion. An einem Tag in der Arbeit gemeinsam mit einer der besten Kolleginnen und Freundinnen philosophiert über Bücher (wie immer). Die unendlich vielen Bücher die man zu Hause hat und immer mal lesen wollte aber nie die Zeit dazu findet, die man einfach gekauft hat weil man Lust dazu hatte und das Cover ins Auge gesprungen ist, die man unbedingt haben musste und danach die Lust daran verloren hat weil ein anderes viel wichtigeres Buch dazwischen gekommen ist,... Im Grunde Bücher die man ungelesen daheim im Regal stehen hat und trotzdem jede Woche (wenn nicht sogar noch öfter *hust*- fast täglich - *hust*) neue mit nach Hause nimmt.

Kurz: Die Regale gehen über und trotzdem findet nichts zu lesen. Genau das war der ausschlaggebende Punkt an dem wir gemeinsam beschlossen haben, dass es zumindest kurzfristig aus sein muss mit dem Bücher horten. So war es geboren, dass Buchkaufverbot bis Ende des Jahres. Geburtsstunde September 2016 - also vier lange Monate ohne Bücher einzukaufen.

Ob wir das aushalten würde - war von Anfang an mehr als fragwürdig aber es war einen Versuch wert und gemeinsam geht bekanntlich alles einfacher. Um den Ansporn ein bisschen zu erhöhen muss es natürlich auch eine Strafe für Nicht-Einhalten geben: Wer trotzdem ein Buch kauft, der muss den anderen auf einen Kaffee einladen. Keine Strafe im herkömmlichen Sinne (eigentlich nur ein Grund mehr um auf einen Kaffee zu gehen) aber zumindest ein Anreiz. Denn wenn man ein Buch kauft, dann muss es einem den "Mehrwert" eines Kaffees wert sein. (Wir reden hier natürlich nicht von einem billigen 1-Euro Automaten Kaffee. Nein, nein, da muss dann schon was Ordentliches her.)

Gleich vorne weg: ein paar kleine Ausnahmen gab es. Aber nur sehr wenige.
1) Vorbestellte Bücher dürfen noch gekauft werden.
2) Bücher die für Uni oder Ähnliches gebraucht werden sind ausgenommen. (Geben wir mal zu - an denen hat man meistens sowieso keinen Spaß.)
3) Bücher die für einen Buchclub gelesen werden dürfen ebenfalls gekauft werden.

Puh, also zumindest die ein oder andere kleine Hintertür. Man will ja nicht gleich in den kalten Entzug fallen. Trotzdem habe ich - stark wie ich bin - sogar die ein oder andere Vorbestellung (ok viele waren es nicht aber die Vorbestellungen haben sich auch im Rahmen gehalten) auch noch storniert. Man muss sich selbst Grenzen setzen und dann auch durchziehen. Ob das so klug war...


Mittlerweile sind die ersten zwei Monate vorbei und die Erfahrung erlaubt es auf jeden Fall schon mal einen kleinen Rückblick zu starten. Denn zwei Monate sind eine lange Zeit und soviel vorne weg: Wir schulden uns gegenseitig nur sehr wenige Kaffee! Jede nur einen jeweils. Denn man mag es kaum glauben, so schwer ist es gar nicht.

Im Gegenteil. Der erste Moment mag hart sein, aber man gewöhnt sich schnell dran. Was man sieht und einem gefällt landet nun statt sofort in der eigenen Tasche zuerst auf einer Wunschliste. So verliert man nicht die Übersicht und hat all die interessanten "Neuzugänge" schön im Blick. Also schon mal die Panik übergangen, dass man ohne sofortiges Kaufen die Bücher einfach vergessen würde, sie sind nur aufgeschoben. Wenn man allerdings ehrlich zu sich selbst ist, dann fallen einige von diesen im ersten Moment "interessanten Must-Buys" schon nach wenigen Tagen wieder von der Wunschliste hinunter. Denn vielleicht blendet das Cover, so wirklich interessiert ist man dann doch nicht im Thema oder wenn doch - dann ist es einfach gespeichert für einen späteren Kauf. Man kann sich so definitiv auch viel leichter Bücher schenken lassen, einfach weil man nicht schon alles daheim hat.

Ein wirklich bemerkenswerter Nebeneffekt: Ich habe seitdem wieder viel mehr Lust meine bereits im Regal stehenden und teilweise fast schon verstaubenden armen Bücher zu lesen! Seit Beginn des Buchkaufverbotes stand ich nie länger als zwei Minuten vor dem Regal um mir mein nächstes Buch zu wählen. Weil einfach die Option fehlt in den Laden zu gehen und etwas Neues zu besorgen. Etwas worauf man sich einbildet momentan einfach mehr Lust zu haben, denn man hat eigentlich schon so viel zu Hause was auf seinen entscheidenden Einsatz wartet. Was da ist will gelesen werden und bekommt nun endlich seinen Platz! Man entdeckt die eigenen Schätze wieder und weiß manchmal auch wieder warum man sie gekauft hat! Die meisten Einkäufe davon liegen ja auch noch gar nicht so weit in der Vergangenheit. Endlich Zeit, den eigenen SuB ein bisschen zu verkleinern und es funktioniert!

Ich muss gestehen - die Versuchung ist zwar das, aber sie ist sehr gering. Man geht viel fokussierter auf neue Bücher zu und wird kritischer und überlegter. Der Spontankauf (der doch öfters auch mal unüberlegt in die Hose geht) fällt weg und bleibt aus. Stattdessen stöbert man einfach in seiner eigenen Wunschliste, sortiert aus und füllt auf, beschäftigt sich bereits im Vorfeld viel mehr mit den Büchern. Schlicht und einfach denkt man nach, ob die jeweiligen Bücher es wirklich wert sind. Und mit wert sind geht es zwar natürlich auch um die Mehrkosten des zusätzlichen Kaffees - wobei der wie gesagt kaum eine wirkliche Strafe darstellt - sondern mehr um den Platz, die Zeit und das Geld im Allgemeinen für das Buch. Es klingt so surreal und fast schon falsch aus dem eigenen Mund - aber ich fühle mich sogar ein bisschen befreit von dem Druck immer sofort zuzugreifen.

Noch etwas ist passiert in dieser Zeit: Nicht nur, dass der Zuwachs im Regal kleiner geworden ist, auch der Platz für neue Bücher im Regal ist größer geworden! Wie das? Ganz einfach, durch das Umdenken und die Einschränkung was für Bücher man kauft beschäftigt man sich mehr oder weniger gezwungen zuerst einmal mehr mit den Büchern die eigentlich schon daheim stehen. Wenn man dann mal vor seinen vollgestopften Regalen steht merkt man erst wie viel darin herumsteht, was eigentlich schon lange seinen Reiz verloren hat. Alte Krimis, die man einfach nur gekauft hat weil sie als Mängelexemplare billig waren, Bücher die man irgendwie nur gekauft hat weil sie irgendwann mal voll der Hype waren aber total gegen den eigenen Geschmack gehen oder auch einfach Bücher, die man schon gelesen hat aber doch nie wirklich ins Herz geschlossen hat. All das verstopft Platz und nimmt den Anreiz der eigenen Bücherregale enorm weg.
Ich weiß, was ich jetzt sagen werde wird einige aufschreien lassen und manche mögen mich gar nicht verstehen - aber für mich war all das nach dem genaueren Betrachten einfach nur mehr Ballast. Ballast und Platzverschwendung für andere Bücher, die ich viel lieber im Regal stehen haben würde. Darum habe ich radikal und extrem ausgemistet. Und zwar wirklich radikal. Alles was ich mir selbst gegenüber nicht mehr rechtfertigen konnte um es zu behalten - musste gehen. Und mit gehen meine ich wirklich weg. Nicht nur aus den Augen aus dem Sinn weggeräumt und verstaut, nein hinaus aus den eigenen vier Wänden und irgendwo anders hin. Weg aus der Nähe zu meinen Bücherregalen damit ich es in einem schwachen Moment nicht doch wieder einräume.
(Aber Entwarnung- nichts davon ist natürlich im Müll gelandet. Einiges wurde an Ankaufstellen verkauft - zusätzlich auch noch ein bisschen Geld gemacht *yeah* - anderes verschenkt oder in offene Bücherschränke gestellt. Kein Buch wird jemals auf dem Müll landen bei mir, aber was bei mir ungeliebt herumsteht findet in einem anderen Bücherregal vielleicht einen geliebten Platz.)
Meine Bücherregale sind jetzt lockerer, nicht mehr so gedrängt, aufgeräumter, übersichtlicher, schöner und schlichtweg einfach geliebter! Man weiß man hat Platz für neue Dinge die irgendwann kommen werden und muss nicht erst Platz schaffen oder irgendwo dazwischen stopfen oder gar oben auf legen.

Klar gibt es immer noch das ein oder andere Buch, bei dem es schmerzt, dass es immer noch nicht im Regal steht weil man stark bleiben will. Aber dafür kann man solche Exemplare ja vielleicht irgendwem zuschanzen und findet sie dann unter dem Weihnachtsbaum? Die Liste an perfekten Weihnachtsgeschenken für mich ist seitdem auf jeden Fall um einiges länger geworden.

Ich kann euch allen wirklich nur nahe legen: Wenn eure Regale platzen und ihr gar nicht mehr wisst wohin mit den ganzen Büchern oder überhaupt keine Lust mehr auf eure Bücher daheim habt weil all das Neue viel verlockender ist: versucht es einmal mit einem Buchkaufverbot.
So hart es klingen mag, es ist nur halb so schlimm - sucht euch im besten Fall jemanden der mitmacht. Es ist immens befreiend und man liebt sein eigenes Bücherregal danach gleich um einiges mehr!

Der beste Zeitpunkt zu beginnen ist jetzt! Nicht aufschieben sondern machen! Und gerade jetzt ist die Zeit bis Ende des Jahres nicht mehr so lange und dazwischen kommt auch noch Weihnachten! Außerdem ist das Verbot irgendwann auch wieder vorbei und dann gibt es so viele tolle - überlegte - Bücher, bei denen man ohne schlechtes Gewissen zuschlagen kann!

Kommentare:

  1. Sehr schöner Beitrag :) Ich bin großer Fan davon, wenn Leute sich ein Buchkaufverbot setzen und dann tatsächlich konsequent sind, das durchzuziehen. Zu dem Thema habe ich vor kurzem auch schon einen Beitrag geschrieben, weil sich mein Verhältnis zu neuen Büchern etwas verändert hat. Ich versuche meine Neuzugänge jetzt gering zu halten und wenn ich doch mal was kaufen sollte, lese ich es auch sofort, solange das Interesse und die Lust darauf noch da sind. Ich habe nämlich viel zu viele Bücher gekauft, ins Regal gestellt - und dort gelassen, bis ich kein Interesse mehr daran hatte. Das möchte ich in Zukunft vermeiden und dafür müssen die ungelesenen Bücher erst mal (zu einem großen Teil) verschwinden. Da hat man wirklich gleich viel mehr Lust darauf, sie auch wirklich zu lesen. :)

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg!
    Jacqueline

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    1. Ja total!
      Es war echt schon erschreckend wie viel mehr man dann die eigenen Sachen wieder lesen will :)
      Ab und zu braucht man so einen Aufwecker einfach!

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  2. Hey Nina,
    Ich kann dir nur zustimmen. :) Bei mir war es ähnlich und ich habe irgendwann Anfang des Jahres beschlossen keine Bücher zu kaufen und dadurch habe ich einiges über mich gelernt, aber auch über die Buchbranche. Immer diese hübschen Neuerscheinungen, die man kauft um sie dann ungelesen im Regal stehen zu haben. Ich finde es auf jeden Fall gut was du dir vorgenommen hast. :)
    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Ja man lernt wirklich einiges über sein eigenes Verhalten. Es juckt mich zwar bei einigen Bücher ordentlich in den Fingern, aber erst mal Weihnachten abwarten und dann im nächsten Jahr zuerst mal mit einer Belohnung starten. Aber dann auch wirklich nur das, was ich unbedingt brauche!

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