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Montag, 3. Oktober 2016

Eine Schule für Assassinen - Nevernight

Nach "Illuminae" - von dem ich auf Grund der Geschichte und vor allem auf Grund der Aufmachung begeistert war - wollte ich das neue Buch von Jay Kristoff unbedingt lesen. Alleine das Cover ist wunderschön, immerhin wurde es auch von Kerby Rosanes illustriert, der auch das Animorphia Malbuch geschaffen hat. Zudem klan die Story wirklich interessant - als auf in das Abenteuer!


Mis ist gerade mal sechzehn Jahre, doch schon vor sechs Jahren hatte sie ihre erste Begegnung mit dem kalten und harten Tod. Jetzt ist es ihr Ziel sich für die Schmerzen die ihr zugefügt wurden zu rächen und Blut fließen zu lassen. Natürlich das Blut ihrer Feinde.

Dafür muss sie zu einer perfekten Waffe werden - und das geht nirgendwo besser als in der Ausbildung der Red Church. Denn hier wird kein einfacher Unterricht betrieben - hier werden Killer in Kampftraining, Diebstahl, Giftmischen und Verführung unterrichtet. Um danach die besten Assassinen zu sein.


Ich warne euch gleich mal vor: in dieser Rezension geht es ein bisschen auf und ab, denn genau so ging es mir auch bei "Nevernight".

Das erste Kapitel war genial! Zwei Szenen so unterschiedlich wie sie nur sein könnten - ein Bettszene und ein Mord - geschrieben in den beinahe komplett selben Wörtern. Eine Verbindung erschaffen zwischen Leben und Tod, grenzt ein bisschen sehr stark an Genialität. Wenn man erst einmal herausen hatte womit man es zu tun hat kam man aus dem Staunen echt nicht mehr heraus. Zu gut diese Gleichsetzung, als das man sie glauben konnte.

Doch danach kam der große Einbruch. Für mich und wenn man sich anderere (insbesondere schlechte) Rezensionen online ansieht auch für einige andere. Denn der Schreibstil wird schwer, extrem blumig und fast schon übertrieben. Stellenweise werden einem so schöne Beschreibungen um die Ohren geworfen voller Metaphern und Anspielungen, dass man einfach wirklich nicht mehr herauslesen kann was damit gemeint sein sollte. Zu viel drum herum als wirklich ein bisschen auf mehr den Punkt zu kommen. Grundsätzlich bin ich sowieso kein Fan von so schweren Schreibstilen, obwohl er manchmal sehr schön ausgeführt wird. Hier aber - fast schon eine Qual und wirklich zeitraubend sich hier vorzukämpfen.

Zudem hatte ich stellenweise das Gefühl, dass der Autor irgendwie unbedingt ein paar Wörter und Phrasen etablieren wollte. "Nevernight" kommt immens oft vor, "the cat who is not a cat" wird auch wirklich viel zu oft betont. JA - wir haben das beim ersten mal auch schon verstanden, spätestens beim fünften Mal genügt es dann aber echt, so dämlich bin ich als Leser dann auch nicht!

Dazu kommt, dass sehr oft Fußnoten quer durch den Text verteilt sind. Diese sind zwar wirklich interessant, bauen oftmals ein viel größeres Universum rund um Mia auf - sind aber auch extrem ablenkend. Denn nach einer langen Fußnote und viel erläuternder Erklärung kann es durchaus sein, dass man simple den Faden für die Story verloren hat. Wenn einem das dann aber dreimal auf einer Seite oder Doppelseite passiert hat man einfach keine Lust mehr drauf.
Darum gestehe ich, ich habe sehr schnell aufgehört die Fußnoten überhaupt zu lesen und mich trotzdem ausgekannt.

Wer sich das allerdings antut - und ich habe es getan - der wird ab etwa Seite 100 (oder auch genauer Book 2 nachdem das Buch in drei Bücher unterteilt ist) belohnt. Endlich kommt die Story in Fahrt, es dreht sich mehr und fokusierter um Mia, um ihre Aufgabe und ihr Ziel. Die Geschichte beginnt spannend zu werden und nimmt ordentlich Fahrt auf, denn die Red Church ist alles andere als langweilig! Jede Menge Intrigen, Blut und Heimlichkeiten - wirklich von Seite zu Seite spannender! 
An den Schreibstil hat man sich bis zu diesem Punkt dann einfach auch schon gewöhnt, oder er wird wirklich einfacher. Genau beurteilen kann ich das nicht, aber ab diesem Zeitpunkt ging das Lesen definitiv flüssiger. Auch die Fußnoten werden immer weniger (auch wenn ich sie sowieso nicht gelesen habe) und machen die Story somit einheitlicher und flüssiger.

Wenn man sich also durch die ersten etwas über 100 Seiten durchbeißt, der bekommt danach eine wirklich tolle Story. Wer mit den ersten Seiten schon so extreme Probleme hat, dass er gar nicht voran kommt dem empfehle ich sogar - total Hardcore - einfach mal zu versuchen bei Book 2 einzusteigen. Klar fehlt einem dann ein bisschen Hintergrund und Vorgeschichte, aber trotzdem sollte der Einstieg möglich sein. 

Trotzdem muss man sagen: die Charaktere sind toll. Insbesondere natürlich Mia, die wirklich eine Badass Protagonistin ist. Ohne wenn und aber. Wirklich knapp an genial wie sie hier dargestellt wird und trotzdem noch so sympathisch ist! Auch die Personen rund herum passen sich einfach perfekt ins Bild ein und machen am dem ersten Viertel noch etwas wirklich Gutes aus der Story!

Man sollte aber auf jeden Fall ein bisschen gewarnt sein, denn "Nevernight" ist definitiv nicht das typische Young-Adult Fantasy Buch, wie man es kennt. Das betont auch Jay Kristoff immer wieder. Die Darstellungen von Blut und auch Sex sind sehr explizit und vielleicht für den ein oder anderen jüngeren Leser ein bisschen too much. Dafür haben allehärter gesottenen oder schlicht weg älteren Leser sicher ihren Spaß dabei endlich mal ein (YA-)Fantasy Buch zu finden, dass nicht all die prekären Stellen auslässt.

Eine Empfehlung gibt es von mir auf jeden Fall. Wären die ersten Seiten nicht (ich wollte sie nach dem Lesen beinahe aus dem Buch reißen und verbrennen, einfach weil sie mich fast vom Lesen abgehalten hätten) - dann auf jeden Fall volle Sterne!
Für den Anfang, den Schreibstil zu Beginn und die Fußnoten muss ich allerdings ein bisschen was abziehen. Das kann man einfach nicht komplett vergessen, aber wer Durchhaltevermögen zeigt, der wird danach auf jeden Fall mit einer guten Story belohnt! Eine Mischung aus einem brutalen Hogwarts und guten Charakteren!


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