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Mittwoch, 17. August 2016

Frauen in Science Fiction - The Geek Feminist Revolution

Ein Lama auf dem Cover und die Wörter Feminist und Geek im Titel - meine Aufmerksamkeit war geweckt und ich hab ohne einen weiteren Blick zugegriffen. Ob es sich ausgezahlt hat - auf jeden Fall!


Kameron Hurley ist Autorin von Science Fiction und Fantasy Büchern - einem Genre das extrem stark von Männern dominiert wird. Denn Frauen schreiben lieber nette und hübsche Frauen- oder Erotikromane. Zumindest so das Vorurteil mit einem gewissen Grad an Wahrheit an sich.

Doch Hurley will das nicht auf sich sitzen lassen und hat sich durchgebissen in diesem doch so von Vorurteilen und Stolpersteinen gepflasterten Genre. Ihre Erlebnisse, Erkenntnisse und Kämpfe hat sie schon lange auf ihrem Blog "Intellectual Badass" niedergeschrieben und veröffentlicht. Jetzt gibt es einen Auszug ihrer besten Postings und neuer Geschichten in Buchform - als "Geek Feminists Revolution".


Es ist der Titel, der auf jeden Fall sofort anspringt. Wer wächst als weiblicher Geek nicht auch zumindes ein bisschen zu einer Feministin heran, gerade weil man sich doch immer ein bisschen in der Minderheit fühlt - auch wenn sich dieser Sachverhalt immer mehr und mehr ändert. Genau um diesen Kampf geht es, um den Prozess und die Veränderung die hervorgerufen werden können.

Doch ein bisschen ist der Titel in die Irre führend - denn es geht nicht (nur) um die gesamte Revolution im Bereich der Geeks - primär geht es um Autorinnen im Bereich der Fantasy und vorallem Science Fiction -  denn das ist Hurley. Hier kennt sie sich aus, hier hat sie sich durchgeboxt und einen Namen gemacht. Ihre Erfahrungen, Einsichten und Erlebnisse teilt sie hier doch sehr eindrucksvoll und spannend mit den Lesern.

Die Geschichten die Kameron Hurley zu erzählen hat sind die einer Kämpferin, einer Frau die nicht aufgegeben hat auch wenn der Weg steinig war. Auf jeden Fall ein gewisser Grad eines Vorbildes für alle Ziele im Leben. Allerdings besonders interessant gerade für Personen und Frauen die selbst schreiben oder schreiben wollen. Denn viele Geschichten sind sehr spezifisch auf den Autorenbereich. Trotzdem auch für nicht schreibende Leser interessant und spannend zu lesen - langweilig wird einem auf den Seiten nicht. Denn die kleinen Storys (oder eben auch ehemalige Blogeinträge) sind allesamt in einer angenehmen Länge, knackig und auf jeden Fall auch sehr spannend zu lesen.

Einzige Kritik an dem Ganzen: Stellenweise hat man ein bisschen das Gefühl, dass sich Geschichten in kleinen Teilen wiederholen, sich die Themen immer wieder um die selben Feinheiten drehen und Hurley einfach nur ein bisschen laut sudern will. Immer wieder werden die Geschichten doch auch ein bisschen derb und ihre Ausdrucksweise sehr hart und fast ein bisschen verbittert. Sicherlich eine Art um auf gewisse Probleme aufmerksam zu machen, allerdings doch irgendwann auch ein bisschen ermüdend, wenn jemand immer wieder nur die schlechten Dinge an den Pranger stellt. In vielen Fällen aber auch ohne viel einen Lösungsweg oder eine "Kampfstrategie" dafür aufzuzeigen.

Denn im Endeffeckt erzählt Hurley keine neue Geschichte und erfindet den Feminismus nicht neu. Sie deckt einen sehr geziehlten Punkt auf und bringt auch wirklich viele interessante Geschichten aufs Papier. Im Grunde schreibt sie aber ein großes Motivationswerk für (feministische) Autorinnen um nicht aufzugeben. Keine Neuerfindung des Rades aber sicherlich spannend in diese sehr persönliche Geschichte einzutauchen.

Besonders für Autorinnen (und ich gendere normalerweise wirklich nie) die im Science Fiction und Fantasy Bereich Fuß fassen wollen sicherlich ein besonders interessantes Werk und für alle die an feministischer Revolution interessiert sind auch eine spannende Lektüre. Allerdings kaum wirklich Dinge, die der Feminismus nicht schon kennt. Trotzdem sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen - man sollte also durchaus nicht zögern hier doch auch mal zuzugreifen.


PS: Was den ein oder anderen vielleicht ebenso stören mag: sehr schamlose Selbstpromotion für Hurley durch das ganze Buch. Immer wieder spielt sie auf ihre eigenen Charaktere in ihren Büchern an, zeigt auf wie sie versucht (und es nicht immer geschafft) hat die Verallgemeinerung und die Vorutreile aus ihren Büchern heraus zu halten. Aber ich muss gestehen es hat auch ein klein wenig funktioniert - ich bin neugiereig geworden, ob ihre Charaktere wirklich so anders sind und hab mir mal ihr "Paradewerk" bestellt.

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