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Sonntag, 5. Juni 2016

Ein Plot der schief geht - The Outliers 1

Heute gibt es eine kleine Rant-Rezi von mir. Keine Angst ich werde nicht zu gemein werden, aber Outliers war so vielverprechend und dann doch ein Griff ins Klo.

The Outliers Kimberly McCreight Cover

Wylie hat seit ihrem letzten großen Streit nichts mehr von ihrer besten Freundin Cassie gehört. Es herrscht totale Funkstille, denn zudem ist Claire jetzt mit Jasper zusammen und schienbar sowieso auf dem Weg zur schiefen Bahn.

Doch dann steht Jacob plötzlich vor Wylies Tür, denn Cassie ist verschwunden. Zuerst wird vermutet Cassie könnte in einem Alkoholrausch abgehauen sein. Nur mysteriöse Nachrichten auf Wylies Handy geben nach und nach Aufschluss darauf, wo sich Cassie aufhält - denn Cassie scheint Angst um ihr Leben zu haben. So machen sich Wylie und Jasper auf die Suche - doch hinter alle dem steckt viel mehr als die beiden vorerst erwartet hatten.


Der Start in die Story ist wirklich gut. Ein richtiger Thriller baut sich auf - die Spannung wird immer höher. Denn ein Mädchen wird vermisst, gibt nur durch unregelmäßige und ungenaue Nachrichten ein Lebenszeichen von sich und will scheinbar gerettet werden. Doch gerettet vor was oder wem? Wo ist sie? Wie ist sie dort hingekommen? Und was hat das Ganze mit Wylie, ihrem Vater und dessen Arbeit zu tun?
Alles spannende Fragen, die sich während der ersten Hälfte im Kopf des Lesers manifestieren - doch leider eben nur in der ersten Hälfte.

Denn ab dann wird alles nur skuril, verwirrend, hebt vom Boden ab und verspinnt sich selbst in Plotholes und Übertriebenheiten die mich nur Kopf schütteln lassen. Die Story wird so abgedreht - so unglaubwürdig und extrem in allen ihren Punkten, dass man nicht mehr wirklich weiß man davon halten soll. Immer wieder drehen sich die Ereignisse - die Guten werden zu den Bösen um dann doch wieder die Guten zu sein oder doch nicht? Die Reaktionen der einzelnen Charaktere werden übertrieben - als würden aus Teenagers plötzlich Super-Agenten werden die sich für die gesamte Menschheit opfern müssten. Sehr strange Dinge die hier abgehen und irgendwie sich selbst überholen.

Man bekommt während des Lesen ein bisschen das Gefühl, als hätte die Autorin zu viel gewollt und nicht mehr auf den Seiten untergebracht. Denn anstatt nicht alles zu überstürzen werden tausende Dinge in wenige Seiten gepackt, alles überhetzt und überhastet - was zu Fehlern führt. Fehler die die Story einerseits extrem vorhersehbar machen und rein von den Erklärungen sich selbst widersprechen. Damit wird aus einem anfangs guten Thriller ab der Hälfte bis immer weiter zum Ende hin eine Mischung aus Thriller-Fantasy-Sci-Fi-Agenten-Abenteuer das sich einfach selbst übernimmt.

Dazu kommt noch, dass auch die Charaktere nicht unbedingt die sympathischsten sind mit denen man sich unbedingt identifizieren will. Wylie ist zu Beginn ein introvertiertes kleines Mäuschen mit psychischen Störungen die schon seit Wochen das Haus nicht mehr verlassen hat. Aber nach dem ersten Schritt aus der Haustüre ist alles vollkommen in Ordnung als hätte sie nie Probleme damit gehabt.
Cassie ist der Schrecken einer besten Freundin schlecht hin. Glaubt man zu Beginn noch, dass die halt eben auf Wolke sieben schwebt mit Jacob würde man ihr im Laufe der Geschichte einfach nur gerne eine runterhauen. Was sie sich leistet ist einfach so abnormal und weit weg von der Norm - gerade wenn man damit seinen Freund und seine beste Freundin in Gefahr bringt.
Und Jasper ist auch nicht gerade das Abbild von einem Traumtypen. Sehr sprunghaft der junge Mann. Aber naja.

Dazu kommt, dass es einige Plotholes gibt, die wirklich sehr skuril sind und der Geschichte schlicht und einfach widersprechen. Darum zuerst mal:
ACHTUNG! SPOILER!
Wobei die Dinge eh nur für Leute einen Sinn ergeben die das Buch gelesen haben. Wer allerdings gar nicht mehr von der Story wissen möchte der sollte lieber den heller markierten Bereich nicht mehr lesen.

Plothole 1: Ein tragischer Wendepunkt in der Geschichte - Das Opfer, dass Cassie für Wylie und Jacob bringt. Sehr skuril, dass ein Teenager der gerade mal wenige Stunden in einer doch nicht ganz so schlimmen Gefangenschaft (oder eben auch nicht - man kann sich da eben nie ganz so sicher sein, aber es gibt definitiv auswegslosere Situationen) festsitzt als einzigen Ausweg sieht sich selbst im Feuer zu opfern um die anderen zu retten. So wenig Überlebenssinn muss auch schon mal hervorgehoben werden. Zwar sehr selbstlos von ihr, wo sie doch für viel von dem Müll in der Geschichte verantwortlich ist. Da geht die Story einfach viel zu schnell, es scheint fast so als hätte man einfach mal schnell einen Charakter loswerden wollen weil man nicht mehr weiß was man mit ihm machen soll.

Plothole 2: Die Kräfte des Outliers, die man zu sehen bekommt. Outlier (was für ein komischer Name) können die Gefühle anderer Menschen spüren wie ihre eigenen. So weit so gut. Aber warum WEISS unser Outlier (ich versuche mal nicht spoilern wer das große Los gezogen hat) dann, dass der heranrasende Truck sie nicht überfahren wird? FÜHLT der Truckfahrer, dass er rechtzeitig bremsen kann? Kann ich mir nicht vorstellen. Ist das nicht eher eine Zukunftsvorhersage als ein Gefühl, dass man spüren kann? Das passt überhaupt nicht mit den Beschreibungen der Kräfte eines Outliers zusammen.

Plothole 3: Wir haben schon mitbekommen, das wir einen Outlier unter den drei Hauptakteuren haben. Doch ganz egal wer es ist - müsste derjenige nicht spüren, dass hier etwas mit falschen Dingen zugeht? Immerhin werden sie belogen und betrogen. Das müsste man das bemerken wenn man die Gefühle - Stress bei der Lüge, Unwohlsein,... - mitfühlen kann. Solche Dinge werden einfach ignoriert und übergangen. Das macht die ganze Kraft des Outliers so unglaubwürdig. Oder vielleicht sind ihre Gastgeber einfach so willensstark, dass sie ihren eigenen Bullshit glauben.

Aber soviel zu meinen großen Problemen mit dem Buch. Und Ende der Spoiler.
Man merkt schon, das Buch konnte dann irgendwie doch nicht überzeugen, obwohl der Anfang eigentlich doch recht gut und vielversprechend war. Die Story dreht sich viel zu sehr, wird zu stange und kommt mit sich selbst nicht mehr mit. Überholt sich einfach selbst als würde der Platz für drei Ideen gleichzeitig genutzt werden müssen.
Leider schade, denn die anfängliche Euphorie wurde gänzlich zerstört.


PS: Ich bin mit dieser Meinung übrigens nicht ganz alleine. Ich hab das Buch gemeinsam mit unserem kleinen Buchclub gelesen und wir waren unabhängig voneinander alle der selben Meinung. Wir haben uns lange und ausgiebig darüber ausgelassen, viel Gutes ist da nicht mehr übrig geblieben.

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