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Montag, 13. Juni 2016

Schneewittchen im Wilden Westen - Six Gun Snowwhite

Die Märchen Retellings von Marissa Meyer (genauer gesagt die Lunar Chronicles) habe ich geliebt und ich freu mich schon riesig auf das neue Retelling von Alice in Wunderland ("Heartless") aus ihrer Feder diesen Winter. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken habe ich nach ähnlichen Büchern gesucht und im Internet die Empfehlung zu "Six-Gun Snow White" gefunden - Schneewittchen im Wilden Western. Klingt interessant, mal sehen was es so gebracht hat.

Six Gun Snow White Catherynne M. Valente Cover

Wenn ein reicher weißer Mann mit einer Frau aus einem Indianertamm ein Kind bekommt, dann ist wahrscheinlich vorprogrammiert, dass man diesem Kind seine Wurzeln ansieht. Genau darum wird Snow White von ihrem Vater in ihrem Zimmer festgehalten - eingesperrt um ihm die Scham zu nehmen - bis seine neue angetraute sich ihrer annimmt und versucht Snow White's Haut weißer zu machen. 

Doch nach einer solchen Kindheit hat sie irgendwann keine Lust mehr auf diese Schach, nimmt ihre geliebte Waffe und geht selbst in den Wilden Westen.


Das Buch überrascht im ersten Moment direkt mal mit seiner "Dicke" - denn es hat gerade mal gute 150 Seiten. Das soll erstmal noch nichts Gutes oder Schlechtes heißen, denn die Seitenanzahl entscheidet ja noch nicht über den Inhalt. Allerdings hat es mich schon ein wenig verblüfft, denn irgendwie erwartet man sich zumindest ein klein bisschen mehr.
Zudem sind die Kapitel sehr kurz, die Kapitelüberschriften nehmen jeweils eine halbe Seite ein und sogar eine handvoll seitengroße Illustrationen durchziehen das Buch. Da fällt auch von den 150 Seiten noch einiges an Platz weg und die Schriftgröße ist auch nicht unbedingt die kleinst. Allzuviel Text bleibt da eigentlich nicht über.

Doch auch wenn ich mich von dem geringen Volumen von "Six-Gun Snow White" nicht verunsichern hab lassen, das Buch selbst hat dann leider seinen Rest dazu getan. Trotz der wenigen Seiten hab ich es nicht einmal geschafft das Buch zu Ende zu lesen - obwohl ich solche Mengen normalerweise gut und gerne in einem Satz ausgelesen hätte. Doch die Story, der Schreibstil, die Protagonistin - da passte für mich einfach gar nichts.

Die Story beginnt sehr langsam. Bis zur Hälfte des Buchen lernen wir die Vorgeschichte und Kindheit von Snow-White kennen. Das zieht sich sehr in die Länge, denn gerade wenn eh nur so wenig Seiten da sind, hätte ich mir auf diesen wenigstens gerne mehr Geschichte gewünscht. Nicht ein komplettes Leben zusammengekürzt auf wenige Seiten, mit sehr vielen Lücken und Zeitsprüngen. Wenn schon die Kindheit der Protagonistin so viel Platz einnimmt, dann sollte sie auch wesentlich detaillierter sein und mehr darauf eingegangen werden. Ab der Hälfte geht es dann endlich los mit dem Wilden Westen und ich muss zugeben, bis dahin hatte ich schon komplett die Lust am Buch verloren. Dafür gibt es drei triftige Gründe.

Einer ist die Protagonistin selbst - die ging mir einfach herrlich auf die Nerven. Nur Herumgeweine, lässt sich alles gefallen und will aber doch so sehr die starke Heldin sein wie ihre Mutter es war. Tja, daraus wird allerdings nichts wenn man den Arsch nicht hoch kriegt. Dazu kommen dann auch noch die total klischeehafte Stiefmutter die einfach nur grässlich ist - aber nicht Disney grässlich, dass man sie eigentlich lieben muss sondern grausam. Das macht einfach keinen Spaß.

Zweitens dieses politische Thema, das über dem gesamten Buch schwebt, denn Snow-White stammt von einer Indianerin und einem Weißen ab. Deshalb hasst ihre neue Stiefmutter sie auch so, weil sie optisch nicht ins Bild passt und eben ihre Wurzeln widerspiegelt. Prinzipiell ein interessantes Thema, dass man gerade bei Schneewittchen im Wilden Westen gut unterbringen könnte, aber es ist dominant, nichts dreht sich mehr um etwas anderes und überschattet einfach das gesamte Buch. Zudem führt es zu so grässlichen Szenen zwischen Snow White und ihrer Stiefmutter (die die kleine Snow White in Milch taucht und fast ertränkt damit ihre haut weißer wird) - die einfach nicht passend sind. So viel rohe Gewalt und Brutalität - wenn auch vielleicht unterschwellig ist einfach nicht auszuhalten. Gerade nicht in einem Buch, von dem man sich eigentlich etwas ganz anderes erwartet.

Einen dritten Punkt gibt es auch noch und das ist der Schreibstil der Autorin. So überladen und schwer, dass er trotz der Kürze einfach keinen Spaß macht. Es ist richtiggehend anstrengenden zu Lesen wobei man eh nur so ein kurzes Werk vor sich hat.

Darum habe ich ab Seite 65 einfach nicht mehr weitergelesen. Es war ein Qual obwohl ich nur so wenig im Buch drinnen war (und doch schon beinahe bei der Hälfte). Die Geschichte geht zu diesem Zeitpunkt zwar endich hinaus in den Wilden Westen aber war einfach schon so uninteressant, dass ich es gar nicht mehr wissen wollte. Dazu der für mich grausame Schreibstil und die unsympathischen Charaktere - das war einfach zu viel.

Der Vergleich mit den Lunar Chronicles ist an den Haaren herbeigezogen - "Six-Gun Snow White" war auf jeden Fall ein heftiger Griff ins Klo - nämlich auf voller Linie. Vielleicht quäle ich mich irgendwann noch durch die letzten Seiten aber nach dieser Qual lacht mich einfach alles andere im Regal wesentlich mehr an!


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