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Mittwoch, 18. Mai 2016

Was ist schon normal - Am I Normal Yet?

Mit "The Manifesto On How To Be Interesting" hat Holly Bourne mich eigentlich schon ganz und gar von sich überzeugt. Darum hat es natürlich nicht lange gedauert, bis ich mir "Am I Normal Yet" und "How Hard Can Love Be" auch zugelegt habe. Aber mal sehen ob mich "Am I Normal Yet" - Teil 1 der "Normal"-Serie - überzeugen wird.

Am I Normal Yet Holly Bourne Cover

Evie will einfach nur normal sein. Doch was ist eigentlich normal? Evie ist gerade erst auf dem wahren Weg der Besserung: ihre Medikamente werden endlich herabgesetzt, ein neues College erwartet sie auf dem niemand ihre Vorgeschichte kennt und hoffentlich auch bald der erste Freund. Denn immerhin ist Evie 16 und will auch endlich das von ihrer "Normal-Liste" streichen.

Ihr Start in ein neues Leben ist eigentlich perfekt. Schnell findet sie neue Freunde und auch die ersten Annäherungen an das männliche Geschlecht stehen nicht so schlecht. Doch was Evie dabei vergisst, was Stress aus ihr machen kann und nachdem ihre neuen Freunde nichts von ihrer Vergangenheit wissen, können sie sie auch nicht vor ihr selbst bewahren...


Holly Bourne ist meine persönliche Heldin des Young-Adult Genres ab sofort. Ihr Schreibstil ist einfach perfekt, ihre Charaktere sind perfekt (in ihrer Unperfektheit) und ihre Geschichten sind perfekt. Denn sie sind real, nicht gekünstelt und total over the top. Aber langsam zu all diesen Punkten im Speziellen.

Die Story von "Am I Normal Yet?" ist eine, die wir alle die das Teenager-Alter mehr oder weniger unbeschadet überlebt haben bereits durchlebt haben. Wir alle waren mal 16 und wollten einfach nur normal sein. Denn normal ist scheinbar immer das, was man selbst nicht ist. Den anderen geht es immer besser, sie sehen besser aus und haben die besseren Sachen. Ganz egal wer oder was man selbst ist, alles andere ist immer besser und darum ist das eigene nie normal. Doch genau damit beschäftigt sich "Am I Normal Yet" - mit dem normalen Teenager Alltag den wir alle kennen. Stress und Eifersucht mit der ehemals besten Freundin, Mädelsabende und ganz viele Probleme mit den ersten Liebelein und dem anderen Geschlecht.

Aber hier gibt es keinen Mr. Perfect und schon gar keine zwei Mr Perfect. Jeder Charakter hat seine Ecken und Kanten, jeder hat seine Macken und jeder hat seine Eigenheiten. Und doch sind sie alle auf ihre Art und Weise "normal". Genau das ist es, was all die Charaktere, die von Holly Bourne aufs Papier gebracht wurden, ausmacht. Sie sind wie du und ich, wie jeder andere Teenager auch. Beim Lesen wird man sie alle in seinen alten Erinnerungen wiedererkennen und so manche Situation nachvollziehen und mit mitfühlen können.

Dazu mischt die gute Holly auch immer wieder ernste Themen unter, die damit gut behandelt und nicht unter den Teppich gekehrt werden. Denn ja Evie ist in Therapie, sie ist auf Medikamenten und trotzdem ist sie normal. Sie hat ihre eigenen Probleme mit denen sie umgehen muss, doch das macht sie nicht zu einem abnormalen Menschen. Gerade diese Mischung aus "wirklicher Normalität" und "etwas anderer Normalität" ist es, was "Am I Normal Yet?" so spannend macht. 

Als wäre das noch nicht genug, so mischt Holly Bourne auch noch ein bisschen Feminismus und Freundschaft unter ihre Geschichte. Und das so gekonnt und unauffällig gut, dass es nicht gekünstelt und aufgezwungen wirkt. Hier werden nicht wichtige Themen einfach aufgedrückt, sondenr wirklich zu Herzen genommen und verwarbeitet. Und zwar ohne verkrampft und augesetzt zu wirken, einfach weil man fühlt, dass sie von Herzen kommen.

Wer allerdings glaub in so einem Jugendroman kann keine Spannung drinnen sein, der irrt sich enorm. Man durchlebt eine Achterbahn der Gefühle gemeinsam mit Evie. Man will sie am liebsten anschreien, schütteln, umarmen, trösten um sie wenige Sekunden später am liebsten wieder mit dem Kopf an die Wand zu klatschen weil sie so naiv und blind ist. Selten habe ich in so kurz abwechselnden Schüben mitgelitten, gelacht, den Kopf geschüttelt und mitgefühlt. Eine wirklich tolle Story mit Ups und Downs die das Leben nun eben so mit sich bringt.

Auch wer kein Fan von "typischem" Yound Adult, erster Liebe und Teenager-Quatsch ist, dem kann ich "Am I Normal Yet?" und auch "The Manifesto On How To Be Interesting" nur ans Herz legen. Denn hier bekommt man das echte Leben ohne rosa Brille. Mit starken und genial charakterisierten Persönlichkeiten, mit tollen Geschichten und viel Emotion. Perfekt in Szene gesetztes normales Leben und trotzem spannend und mitreißend bis zur letzten Seite!


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