Drop Down MenusCSS Drop Down MenuPure CSS Dropdown Menu

Dienstag, 22. März 2016

Schoolshooting hautnah - This Is Where It Ends

Es war zwischendurch mal wieder an der Zeit für eine Geschichte abseits der Fantasy und ganz anderen Themen. Nachdem ich schön länger ein Auge darauf geworfen hatte hab ich dann zu "This Is Where It Ends" gegriffen - ein Drama rund um eine Amok-Schießerei in einer Schule.

This is Where it ends Marieke Nijkamp Cover

Ein eigentlich ganz normaler Schultag an der Highschool gerät außer Kontrolle. Denn nach der üblichen Ansprache kann keiner das Auditorium verlassen, alle Türen sind verschlossen.
Ein ehemaliger Mitschüler betritt die Bühne - bewaffnet.

Aus vier Perspektiven schildern Schüler ihre Erlebnisse innerhalb der nächsten Stunde, der schlimmsten Stunde ihre bisherigen Lebens.
Claire, die draußen an der Laufbahn trainiert und nicht im Auditorium festsitzt.
Tomás, der die Ansprache versäumt und außerhalb der versperrten Türen steht.
Autum und Sylv, die mitten im Geschehen festsitzen und noch enger in die Sache verwickelt sind.


Die Geschichte ist so tragisch, dass man im ersten Moment gar nicht weiß, was man darüber sagen soll. Man kennt es (leider) aus dem Fernsehen und es passiert immer wieder - Amokläufe von Schülern. Genauso schlimm ist die ganze Szenerie auch in Buchform. Gerade wenn man aus vier Perspektiven life dabei sein muss. Eine tragische und dramatische Geschichte, die sich in weniger als einer Stunde abspielt und trotzdem alle Leben verändern wird. Auf jeden Fall keine Geschichte die leicht zu verdauen ist und den Leser nicht kalt lässt.

Doch so tragisch und dramatisch die Story sein könnte, so muss ich es doch wagen und auch Kritik daran üben. Teilweise wahrscheinlich sogar sehr heftige Kritik aber eines nach dem anderen.

Die Geschichte ist natürlich extrem heftig und gerade die vier verschiedenen Blickwinkel von außerhalb der Schule, vor den Türen des Auditorium und im Auditorium selbst geben ein tolles rundes Bild über die gesamte Situation. Es könnte so viel Tragik, so viel Angst so viel Drama entstehen, doch leider nimmt der Schreibstil der Geschichte immer wieder stark das Tempo heraus und "zerstört" somit die schlimmsten Momente.

Denn immer wieder bekommt man Flashbacks der vier agierenden Personen zu lesen. Die geben zwar einen netten Einblick in die Person, in ihre Verstrickungen untereinander und mit dem Shooter selbst, doch sie nehmen eben auch sehr stark das Tempo heraus. Wenn man gerade in einer so dramatischen Situation immer wieder - auch schöne -  Erinnerung aus der Vergangenheit dazwischen serviert bekommt dann zerreißt das einfach den Faden zur Hauptstory. Es gibt den Charakteren zwar Tiefe, Geschichte und Verbindungen aber die Nervosität des Lesers geht komplett verloren.

Dazu kommt, dass sich die Charaktere oft in der doch so stressigen und extrem bedrohlichen Situation sehr neutral wenn nicht sogar heroisch verhalten. Ich will mir nicht anmaßen vorzugeben wie man in einer solchen Sitation handeln würde und werde es auch im besten Fall wie alle anderen auch nie herausfinden müssen aber ich hätte mit ein wenig mehr Panik im Allgemeinen gerechnet. Die ganze Sitation bleibt trotz der enormen Härte und Extremsitation irgendwie immer beinahe "entspannt", zumindest kommt die Panik nicht wirklich an den Leser heran. Klar ist ein gewisse Hektik und Bedrohung zu spüren aber ich hätte mit wesentlich mehr gerechnet. Es wird auch garantiert nicht vor schlimmen Bilder im Kopf des Leser zurückgeschreckt, doch die wirkliche spürbare Panik fehlt fast.

Der größte und wahrscheinlich sogar gravierenste Kritikpunkt ist allerdings der Shooter selbst. Denn der wird sehr einfach als "der Böse" hingestellt ohne wirklich viel dahinter zu blicken. Gerade da hätte man viel mehr machen können als diesen Schüler einfach schlichtweg nur als den Schuldigen hinzustellen. Ist vor allem deshalb schade, weil das der Situation vielleicht noch mehr Dramatik geben hätte können. Man bekommt zwar einen kleinen Einblick in ihn, auch dadurch, dass es sehr eng verwickelt ist mit den Charakteren aus dessen Sicht man das Drama erlebt. Doch trotzdem fehlt es ihm selbst an Tiefe und er wird sehr einfach und oberflächlich abgestempelt. Wirklich schade und meiner Meinung nach ein Verlust für die Geschichte.

Trotz diesen Kritikpunkten sollte man sich nicht abhalten lassen "This Is Where It Ends" selbst zu lesen. Denn natürlich ist die Geschichte im Ganzen gesehen wirklich schlimm und auch ergreifend. Aber da hätte noch viel viel mehr drinnen stecken können. Grundsätzlich kein leichtes Thema und ein guter Ansatz. Hätte aber eine ordentliche Prise mehr Tiefe und Dramatik vertragen können.

1 Kommentar:

  1. Ich habe mir das Buch heute bestellt, bevor ich deine Rezension gelesen habe (bzw nur überflogen, ich spoiler mich ja so ungern). Jetzt bin ich gespannt, was mich erwartet und ob ich dir da zustimmen kann. Hatte mir ja mehr erhofft als nur eine Lala-Geschichte. :/

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...