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Freitag, 18. September 2015

Stieg Larsson lebt - Verschwörung

Die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson ist eingeschlagen wie ein Meteorit. Ganz egal ob die Bücher oder die originale schwedische Verfilmung. Sogar Hollywood hat sich daran versucht. Die Geschichte rund um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander war einfach einzigartig und spannend wie wenig anderes. Doch leider ist Stieg Larsson noch vor der wahnsinnig erfolgreichen Veröffentlichung seiner Romane verstorben.
Doch jetzt gibt es Nachschub für alle, die nicht genüg von den beiden Hauptfiguren bekommen konnten.

Verschwörung Heyne Cover

Mikael Blomkvist und seine Zeitung Millennium stehen auf dem Scheideweg. Seit den Offenlegungen zum Fall Wanger hat die Zeitschrift zwar für viel Wind gesorgt, konnte aber lange nicht mehr so gut nachlegen. Blomkvist braucht eine neue große Geschichte oder muss mit dem Gedanken spielen, seine Tätigkeit als Investigativ-Reporter an den Nagel zu hängen.

Da kommt es ihm gerade richtig, dass er von Frans Balder um Hilfe gebeten wird. Er, führender Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, will ihm einiges erzählen und will ausreichend Informationen für die nächste Aufdeckungsgeschichte haben. Doch bevor Blomkvist bei dem Forscher angommt wird dieser erschossen - der Reporter kann den Mörder nur noch flüchten sehen.

Welche scheinbar wirklich große Story liegt diesem Mord zu Grunde? Warum hatte Frans Balder vor seinem Tod scheinbar mehrfach Kontakt zu Lisbeth Salander und was hat die NSA mit der ganzen Sache zu tun?


Die Millennium Trilogie war ein Bestseller - ganz egal ob Film oder Buch. Eigentlich hätte es von Stieg Larsson sogar schon Manuskripte für einen vierten, fünften und sechsten Teil gegeben - doch die erbende Familie wollte diese nicht von einem anderen Autor veröffentlichen lassen.
Erst nach Jahren durfte jetzt David Lagercrantz die Geschichte vortführen, allerdings nicht auf der Basis der vorhandenen Manuskripte. Er hat sich nur der bekannten Figuren bedient und mit ihnen eine neue Story geflochten. Mit dem Einverständnis der Familie von Stieg Larsson.

Die Geschichte beginnt auch spannend und durchaus fesselnd. Millennium steht (wieder einmal) vor dem Abgrund, Teilinhaber wollen die komplette Struktur ändern und Blomkvist steht immer mehr unter Beschuss. Welch ein Glück, dass der Reporter dann wie zufällig als Zeuge in einen Mord verwickelt wird, hinter dem natürlich die ganz große Geschichte wartet.
Das mag gleich zu Beginn weg ziemlich aufgelegt wirken, ist aber nicht ganz so schlimm. Blomkvist hat scheinbar einfach wirklich den richtigen Riecher oder einfach nur massig Glück.

Relativ schnell verstrickt sich die Geschichte, die NSA wird involviert und jede Menge andere Firmen oder Organisationen - teilweise mit bezug zu künstlicher Intelligenz. Eine Mischung aus Forschung zu KI und Industriespionage auf höchstem Niveau spielt sich ab. Doch leider wird das ganze irgendwann etwa diffus, sehr verzwirbelt und wer nicht wirklich 100% bei der Sache ist kann schnell mal die Verbindungen verlieren. Das erinnert gerade vom Stil her schon stark an die Romane von Stieg Larsson, allerdings waren die beinahe subtiler, versteckter und doch gefinkelter verwoben als hier.

Zudem fehlt eines sehr lange in "Verschwörung": Lisbeth Salander. Die Figur, die die Millennium Trilogie von vorne weg prägt kommt erst sehr spät und meines Empfindens nach sehr wenig in den Fortlauf dazu. Zudem ist sie irgendwie nicht mehr die Lisbeth die man kennt.
Zwar immer noch eine Gerechtigkeitskämpferin aber irgendwas fehlt am Gefühl beim Lesen. Dieser gewisse verstörende und doch liebenswürdige Charakter von ihr bleibt ein wenig auf der Strecke. Sie ist nur mehr die toughe Hackerin - beinahe mag man behaupten können ihre "Menschenphobie" wäre verschwunden.

So kommt es, dass "Verschwörung" zwar einerseits wie eine echte Fortsetzung der Millennium Trilogie von Stieg Larsson klingt, allerdings fehlt ihr dazu doch irgendwas essentielles. David Lagercrantz trifft zwar ziemlich gut den Schreibstil von Larsson, aber die richtige Emotion fehlt irgendwie und gerade die Hauptcharaktere werden nicht so stark miteinander verbunden wie man es doch aus den Vorgängern kennt.

Ein guter Versuch, der durchwegs auch spannend ist, allerdings nicht an seine Originale herankommt. Lisbeth und Mikael bleiben eben die Protagonisten von Stieg Larsson, da kann man nicht daran rütteln.
Dass hier auch oftmals die Kritik laut wird, dass "Verschwörung" nur der Versuch von Geldmacherei unter dem Namen eines erfolgreichen Autors sei muss man auch erwarten. So schlimm ist die Geschichte zwar nicht - da macht sie einerseits zu viel richtig - allerdings kann man Tote leider auch nicht mehr zu 100% auferstehen lassen.

Das Ende lässt vermuten, dass es auch hier noch weitere Teile geben wird. Es wird sich zeigen ob die Originalität der Charaktere von Stieg Larsson in Zukunft vielleicht noch einen Ticken besser ans Licht kommt. In "Verschwörung" fehlt es leider ein wenig an Lisbeth.


1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Hm...das war eigentlich auch mein erster Gedanke...warum wird hier eine Reihe weitergeführt, wo der Autor verstorben ist...Geldmacherei. So wie bei Andreas Franz...wo Daniel Holbe weitergeschrieben hat...unter beiden Namen. Sowas mag ich gar nicht! ich denke kaufen werde ich mir das Buch sicher nicht. Vielelciht werde ich es lesen, wenn es in meiner Bücherei mal frei ist...ich denke aber eher nicht.
    LIebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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