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Sonntag, 2. August 2015

Zurück in die Vergangenheit zur eigenen Mutter - Zwei wie Zucker und Zimt

Es war mal wieder an der Zeit für einen etwas anderen Bücherausflug und da ich spontan zu einer Blogtour (mein Beitrag folgt morgen) eingeladen wurde mit natürlich noch mehr Begeisterung! Also nichts wie ab in das Jugendbuch "Zwei wie Zucker und Zimt".

Zwei wie Zucker und Zimt Arena Cover

Charlotte - zumeist Charles genannt - ist genervt von ihrer Mutter. Immer lässt sie sich von ihrer eigenen Schwester unterkriegen und gibt nicht ein Wort Kontra. Nicht einmal wenn die ganze Sache wirklich ernst wird und die Schwester das Café Haus der Eltern endgültig aufgeben und verkaufen will. Charles hat keine Lust mehr und will schon gar nicht umziehen nach Köln, besonders nicht jetzt, wo ihr Schwarm doch endlich mit ihr redet. Vor lauter Wut wirft sie die alte Uhr ihrer Mutter aus dem Fenster, doch sie hätte nie gedacht, welche Konsequenzen sie damit auslösen würde.

Denn plötzlich erwacht Charles zwar in ihrem eigenen Zimmer, doch einige Jahre zuvor. Besser gesagt im Jahr 1980, als ihr Zimmer noch das Zimmer ihrer Mutter war - im selben Alter wie Charles jetzt. Nach einiger Aufklärungsarbeit wer sie ist und wie sie scheinbar wieder zurück kommt sieht Charles ihre Chance: Jetzt kann sie die Zukunft verändern und alles zum besseren wenden.


Die Story ist witzig angelegt, dann wenn man darüber nachdenk: Was würde man selbst mit seiner gleichaltrigen Mutter alles anstellen wenn man könnte? War sie immer so streng oder vielleicht sogar doch viel cooler? Da gibt es auf jeden Fall jede Menge Spaßpotential, insbesondere wenn beide Partein von dem Besuch überrascht werden.

Gerade mit der Verbindung der Zeitreise in die Vergangenheit macht die ganze Geschichte noch mehr Spaß. Ein Leben ohne Computer, Facebook oder Handy kann durchaus auch mal wieder befreiend sein. Denn erst dann erkennt man, wieviel Zeit man eigentlich für das Leben hat. (Als kleinen Test empfehle ich einen Urlaub mal komplett ohne Handy und Social Media zu erleben - ein ganz anderes und tolles Gefühl!)

Doch so lustig die Geschichte auch sein kann, so klischeehaft jugendlich romantisch ist sie stellenweise leider. Klar, es geht mitunter auch um die erste Liebe, wie man sich den besten Vater für sich selbst angelgt oder wie man seinen Körper in Form bringt für den eigenen Schwarm. Doch stellenweise geht damit die wirklich unterhaltsame Mutter/Tochter Geschichte unter und wird von recht platten, Jugendbuch-Teenie-Gelaber abgelöst. Passt zwar in die Altersgruppe und zur Geschichte, die anderen Handlungsstränge sind aber interessanter.

Was der ganzen Story allerdings den größten kleinen Dämpfer gibt ist Charles als Charakter selbst. Einerseits ist sie (was durchaus positiv anzumerken ist!) nicht das typische IT-Girl mit bester Figur und einer Tonne Make-Up im Gesicht. Nein sie ist ein pummeliges, cooles wenn auch schüchternes Mädchen, dass Comics zeichnet und wie alle Teenager heimlich ihren Schwarm anhimmel. Einmal kein Idealbild von Mädchen, dass hier in den Mittelpunkt gestellt wird.
Doch dieses Bild zerstört sich Charles ein wenig selbst, denn das was wahrscheinlich als rotzig, eigen und in weiterer Folge vielleicht sogar selbstsicher dargestellt werden soll kommt leider eher zickig und ein bisschen nervig oberklug rüber. So kann man durchaus stellenweise schon die Augen verdrehen, wenn Charles mal wieder ihre Sprüche loslässt. Hier wurde einen Ticken zu viel aufgetragen.

Dazu gesellt sich, dass man es nicht mit dem perfekten Mädchen Bild zu tun hat - ihr Ziel scheint aber genau das zu sein. Es geht viel nur um Klamotten, abspecken und für die Jungs attraktiv sein. Ist das wirklich in dieser Form notwendig? Klar, einerseits kann man den Lesern Mut machen sich selbst daran zu wagen die Kilos in Anspruch zu nehmen, allerdings haben wir es damit wieder mit einem falschen Idealbild zu tun. Kleiner Trostfleck.

Die Geschichte ist wirklich unterhaltsam und größtenteils auch wirklich witzig. Allerdinsg machen diese kleinen Schönheitsfehler die Zeitreise nicht ganz so perfekt wie sie sein könnte. Eine solide Story, mit einem Hauptcharakter der eben ein wenig überzeichnet wurde. Nicht tragisch, aber doch auffallend.


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