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Dienstag, 12. Mai 2015

Norwegen an der Thriller Front - Engelskalt

Nach der schwedischen Thriller Trilogie rund um "Krähenmädchen" kommt jetzt Nachschub aus Norwegen. Mal schauen wie die nordischen Länder hier nachlegen.

Engelskalt Samuel Bjork Goldmann Cover

An einem Baum hängend wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Kompellt ausgerüstet für den ersten Schultag, mit einem Zettel auf dem nur steht "Ich reise allein". Kommisar Holger Munch weiß schnell, für diesen Fall braucht er die Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger, den sie hat zumeist den richtigen Riecher in solchen Fällen.

Sein Gespür erweist sich auch als richtig, denn Mia ist die einzige, die den Hinweis auf dem Nagel des Mädchens erkennt - eine eingeritzte I. Und schon bald kommt das nächste Mädchen mit der Ziffer II.


"Engelskalt" startet eigentlich recht gut und direkt in die Story. Eine gefunde Leiche und die sofortige Sicht: hier braucht es ein Spezialteam. Allerdings verfliegt dieser anfängliche Enthusiasmus relativ schnell, vorallem wenn man sich mit dem Schreibstil nicht anfreunden will.

Denn dieser ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Denn aus scheinbar stilistischen Gründen bedient sich der Autor immer wieder sehr vieler Wiederholungen. Oftmals auch wirkliche Wortwiederholungen. Das mag zwar an der ein oder anderen Stelle ein wirklich bedrückendes und beklemmendes Gefühl herbeirufen, kann aber auch recht schnell langweilig und aufgesetzt wirken. Diese doch sehr an "psychische Krankheiten" und vorallem an Verfolgungswahn anspielende und erinnernde Schreibart ist einfach stellenweise auch nicht passend und wird bei allen Personen gleichfalls angewendet. Dadurch kann der Schreibstil recht schnell nervig werden.

Die Geschichte erzählt sich selbst zudem sehr ausschweifend. Nebengeschichten werden sehr detailliert ausgeführt und scheinbar in den Vordergrund geschoben, wo man erst nach einigen Seiten erkennt worum es wirklich geht (und dass ein Großteil der letzten Seiten gar nicht wirklich zur Hauptgeschichte dazu gehört). So erfährt man zum Beispiel Details von den Entdeckern der Leiche, die einfach nur ausschmückend und in die Länge ziehend sind. Kann durchaus das Lesevergnügen drücken und in die langwierig machen.

Die Geschichte selbst ist dazu auch nicht ganz so neu wie sie gerade ein wenig in den Himmel gehoben wird. Eher ein typischer Krimi, von wirklichem Thriller ist nicht wirklich viel zu spüren. Ein typischer Fall von mehreren Kinderleichen und einem Ermittlerteam, dass keinen Hinweis zum Täter hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der aber nicht sehr an Spannung anzieht.
Es gibt wirklich Momente wo das Buch sehr langsam voran schreitet, während dann wieder in kurzen Stellen das Tempo ordenlich anzieht. Allerdings überwiegen die langsamen Bereiche leider doch.

Wirklich angefreunden konnte ich mich mit "Engelskalt" nicht. Die nordische Schiene ist nun mal doch sehr eigen und man muss diese Thriller wirklich mögen. Persönliche braucht es für mich einfach mehr Schnelligkeit, vielleicht sogar ein bisschen mehr Panik und Blut für einen echten Thriller. Ermittlungsspielchen sind mir zu langsam und machen den Thriller nicht aus sondern gehören mehr in den Krimi.



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