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Donnerstag, 7. Mai 2015

Tee mit dem Hutmacher oder Flugstunden mit Peter Pan - Die Buchspringer

Wer wünscht es sich nicht einmal einen Tag mit seiner literarischen Liebslingsfigur zu verbringen? "Die Buchspringer" macht das jetzt möglich, zumindest für zwei Familien auf einer einsamen Insel.

Die Buchspringer Loewe Cover

Eigentlich sollte es ein Sommerurlaub abseits vom Alltag sein, der Amy und ihre Mutter Alexis von deren drunter und drüber daheim ablenken sollte. Wäre da nicht ein kleines Geheimnis, dass Alexis ihrer Tochter verschwiegen hat: Sie ist eine Buchspringerin. Sie kann in die Geschichten der Bücher eintauchen und dort den Fortlauf beeinflussen.

Als eine der letzten aus den beiden Buchspringer-Geschlechtern lernt Amy sehr spät das Buchspringen, doch sie ist ein Naturtalent. Aber die Buchwelt ist nicht immer so friedlich wie sie scheint, denn plötzlich gehen die unterschiedlichsten Dinge in Büchern schief und die Geschichten geraten aus dem Gleichgewicht. Amy macht sich auf die Suche nach dem Schuldigen und muss schnell feststellen, dass sich die Gefahr bis in die reale Welt zieht.


Die Idee hinter "Die Buchspringer" ist wahrscheinlich die schönste, die es für jeden Bücherwurm geben kann. Einfach in das eigene Lieblingsbuch eintauchen, mit den Figuren ein Pläuschen halten und richtig dicke Freunde werden. Was für ein Genuss wäre es mit Alice durch den Kaninchenbau zu jagen, Dorothy und Toto durch Oz zu begleiten oder mit Peter Pan durchs Nimmerland zu fliegen. *hach* Ich könnte ewig weiter so träumen.

Genau darum sind die Erwartungen an dieses Buch wahrscheinlich bei jedem sehr hoch, denn alleine die Träumerein sind schier unendlich. Doch gerade damit schneidet sich "Die Buchspringer" ein klein wenig selbst ins Fleisch.

Zu Anfang ist die Geschichte ein wenig lang und zäh, das gibt sich aber doch recht schnell. Wenn man erst mal in das erst Buch springt geht es bergauf. Doch auch wenn die Abstecher in die einzelnen Romane (und man kennt sie alle - wenn man sie auch vielleicht nicht alle gelesen hat) wirklich liebenswürdig und herzerwärmend sind, so hätten sie ruhig noch ausgeprägter sein können. Viele Dinge werden nur kurz angeschnitten und lassen auf mehr hoffen, wo der Leser allerdings nur seine eigene Fantasie vermehrt spielen lassen darf. Man taucht zwar ein, aber nur sehr oberflächig und kurz.

Das Mysterium rund um die veränderten Geschichten baut zwar immer mehr Spannung auf, drängt aber auch die "bekannten" Geschichten immer wieder vermehrt in den Hintergrund. So kann man durchaus irgendwann das Gefühl bekommen, dass man eher eine Detektiv Geschichte liest als eine wirkliche Ehrung an die Literatur und ihre Figuren. (Die man vielleicht aber mehr erwartet hat.)

Zudem bleiben leider immer wieder die ein oder anderen Aspekte sehr versteckt im Hintergrund. Vieles wird nicht näher beleuchtet, bleibt unerklärt, manches sogar groß eröffnet, aber im weiteren Verlauf gehen diese Dinge wieder total unter. Da wäre durchaus noch einiges an Potential drinnen gewesen.

Die Hauptcharaktere sind wirklich sehr niedlich und lieb, aber leider stellenweise auch sehr naiv und auch vorhersehbar. Klassische Teenager-Gefühlskrise die in eine verzaubernde Story eingeflochten wird und dann doch auch gerne mal einen Ticken zu kitschig wird. Aber sowas findet sicher seine Liebhaber.

"Die Buchspringer" ist wirklich eine herzige und süße Geschichte sowie eine kleine Liebeserklärung an die Literatur. Allerdings auch mit sehr viel Ausbau Potential! Wäre die Grundidee nicht so genial, würde die Bewertung wahrscheinlich um ein Sternchen schlechter ausfallen, aber alleine dieser Gedanke verdient sich einen Extrapunkt. Denn immerhin kann mit dieser Idee perfekt weiter spinnen und sich selbst in Bücher hinein träumen.



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