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Sonntag, 5. April 2015

Deutsche gegen englische Buch-Cover - Sudern am Sonntag #1


Der Osterhase hat bei mir heute nicht nur Geschenke gefunden, sondern auch eine neue Kategorie, die es ab jetzt immer wieder mal Sonntags von mir geben wird. Nämlich "Sudern am Sonntag".
Für alle meine deutschen Leser, die jetzt vielleicht die Nase rümpfen, weil was zur Hölle ist "sudern"?

"Sudern" ist ein österreichisches umgangssprachliches Wort für jammern oder auch nörgeln. Damit ist schon mal klar worum es gehen wird. Ich werde mir immer wieder mal Themen rund um Bücher oder Filme rausnehmen, die mich so richtig aufregen oder nerven können. Dazu lasse ich mich dann ein bisschen aus und Teile mein Leid mit euch. Wer mag darf sich natürlich gerne anschließen und in den Kommentaren oder vielleicht sogar im eigenen Blog daran teilhaben. Auf regen Meinungsaustausch bin ich schon gespannt.

Das erste Thema:

Warum müssen geniale englisch Original-Cover in der deutschen Variante oftmals ein (schreckliches) neues Cover erhalten?

Ich lese gerne und immer wieder die zumeist englischen Original Ausgaben von Büchern. Aus mehreren unterschiedlichen Gründen. Sie kommen früher auf den Markt, sind zumeist billiger weil sie keiner Preisbindung unterliegen und sehen oftmals auch besser aus. Die ersten zwei Punkte kann ich ja noch verstehen, aber warum das Cover ändern, wenn es doch schon ein wunderschönes Cover gibt?

Als Beispiele fällt mir äußerst spontan die Luna Chroniken ein. Wer die Reihe und beide Cover-Varianten kennt weiß wahrscheinlich warum. Zur Veranschaulichung "Cinder", der erste Band der Serie.

Cinder / Wie Monde so silbern - Marissa MeyerDie Mischung aus Cyborg und Cinderella Schuh auf dem englischen Original ist einfach grenzgenial. Mit nur einem Blick hat man die beiden Hauptbestandteile des Buches zusammengefasst, man weiß, was man hier in die Hand nimmt! Außerdem ist das leuchtende Rot und diese wundervolle Schriftart ein Eye-Catcher sondergleichen. Selten habe ich ein Buch gesehen, dass ich wirklich alleine auf Grund des Covers so unbedingt haben musste! (Das die Geschichte dazu auch noch genial ist, könnt ihr ja gerne in der Rezension nachlesen.)

Als ich die deutsche Übersetzung davon gesehen habe, wäre mir fast die Kinnlade auf den Boden geknallt. Hätte ich nicht vorher gegoogelt wie "Cinder" auf deutsch heißen wird, hätte ich im Leben nie eine Verbindung zwischen den beiden Büchern aufgestellt. Geschweige denn erkannt, dass es das selbe Buch ist. Das einzige was gleich geblieben ist: der Schuh - allerdings in einer wesentlich dezenteren und beinahe nicht erkennbaren Form. Auch die Schriftart ist komplett verschwunden, dabei passt sie durch ihre märchenhaft verspielten Schnörkel doch wie die Faust aufs Auge.

Klar, auch das silberne Schimmern kann in die Augen stechen, allerdings weitaus weniger als dieses auffällige Artwork auf dem englischen Original. Außerdem hat dieses Wiederholungsmuster irgendwie gar keinen catchy Faktor, auf deutsch hätte ich dieses Buch wahrscheinlich in der Buchhandlung nicht einmal angesehen.

Shatter Me / Ich fürchte mich nicht - Tahereh Mafi
Zweites Beispiel: Die "Shatter Me" Reihe von Tahereh Mafi. Auf englische trumpfen die Bände mit einem wunderschönen Augen-Artwork auf. Einfach verzaubernd und so schön, dass man es am liebsten die ganze Zeit anstarren möchte. Alle Folgebände sind sehr ähnlich, die Linie zieht sich wirklich strikt durch und macht die Serie zu einer Augenweide.

Die deutsche Variante davon - naja. Um einiges besser im direkten Vergleich als bei den Luna Chroninken, aber immer noch nicht so toll. Das deutsche Cover hat mit dem wallenden Kleid und der verlaufenden Tinte schon was für sich. Allerdings trotzdem nicht so viel wie das Original. Es gibt so viele Bücher mit Mädchen in wallenden Kleider, so viele sehr ähnliche Cover - die englische Original Variante ist einfach eindrucksvoller und individueller (auch wenn ich diese Art von Artwork mittlerweile auch schon auf anderen Büchern gefunden habe).

Throne of Glass - Sarah J MaasEin letztes Beispiel geht noch "Throne of Glass" von Sarah J.Maas. Hier ist die Differenz zwischen schön und nicht so schön nicht so groß, beide Cover haben ihren eigenen Moment. Vielleicht sogar Geschmackssache, welches man hier als schöner empfindet.

Allerdings könnte der deutsche Band, eine Fantasy/Magie Geschichte sein wie jede andere auch. Bei der englischen Ausgabe erkennt man der Protagonistion schon um einiges mehr, womit man es hier zu tun bekommt - eine Assassine. Ausgestattet mit Waffen, einem ziemlich harten Outfit und einem strengen Blick. Die Dame auf dem deutschen Cover könnte alles sein - von Magierin bis nettes Mädchen von nebenan. Das englische Cover ist einfach eindeutiger was die Story betrifft.
Außerdem ist mir das deutsche Cover fast ein bisschen zu textlastig, in der Original-Variante steht doch das Artwork im Vordergrund.

If I Stay / Wenn ich bleibe - Gayle FormanEin allerletztes geht wirklich noch. "If I Stay" oder auch "Wenn ich bleibe" in der deutschen Übersetzung (alleine der Titel *urgs* auch wenn er wörtlich übersetzt wurde) hat ja auch ein sehr unterschiedliches Cover.

Das englische Cover ist hier auch nicht überragend, aber hat trotzdem irgendwas für sich. Wer die Story kenn, versteht auch, warum das Mädchen "verkehrt" oder auch "liegend" abegbildet ist. Dazu kommt, es eine zweite Cover Variante gibt, die ich viel schöner finde. Da sie aber einfach nur das Poster der Verfilmung ist, habe ich diese Variante erst mal außern vor gelassen.

Das deutsche Covere hingegen ist eine total grafische Darstellung, mit frohen Farben, Schmetterlingen und einem wunderschön blühenden Baum. Storybezug - keiner. Das Cover ist sicherlich ansprechend, allerdings für eine doch sehr trauriges Buch eher unpassend fröhlich. Außerdem erinnert der Stil sehr stark an "Ein ganzes halbes Jahr". Da wollte vielleicht jemand am Erfolg von Jojo Moyes mitschneiden und hat das Cover deswegen doch in einem sehr ähnlichen Stil erstellt? Wir werden es nie wissen.


Ich könnte wahrscheinlich noch ewig damit weitermachen, mit jedem Blick ins Regal fällt mir beinahe schon ein neues Beispiel ein. Da wäre noch "Red Rising" von Pierce Brown (auch wenn ich das Buch momentan abgebrochen habe weil ich es nicht abkann) oder "Joyland" von Stephen King oder oder oder... Die Liste ist endlos und wir immer länger. Aber irgendwann muss Schluss sein.

Warum die Covers in der deutschen Variante oftmals geändert werden? Ganz klar liegt das an den Bildrechten, an den Rechten für die Schriftarten und vieles mehr. Außerdem spricht der deutsche Markt stellenweise sicher auch auf andere Covergestaltungen an, als der englische. Wir sind einen bestimmten Stil, eine bestimmte Darstellung und Aufteilung gewöhnt.

Bei manchen Covers, wäre es allerdings wirklich ratsam in die Original-Cover-Version ein bisschen mehr Geld zu investieren und vorallem besagte Bildrechte zu erwerben. Das Cover eines Buches macht eben doch sehr viel aus, es ist oftmals der erste und einzige Grund, warum ein Buch überhaupt in die Hand genommen wird und zum Kauf in Betracht gezogen wird. Darum sollte es doch ansprechend sein und sich vom Rest abheben.

Ich werde auch in Zukunft wahrscheinlich relativ häufig auf die englischen Originale zurück greifen. Die Optik spielt für mich bei einem Buch dann eben doch auch eine sehr große Rolle. Sie macht den Inhalt nicht besser und ich habe auch schon wirklich gute Bücher daheim, wo das Cover mehr oder weniger grässlich ist. Allerdings sieht man sich schöne Buchcover doch tausendmal lieber im Regal an!


PS: Habt ihr auch noch Beispiele für Cover-Unterschiede zwischen englischer Original Ausgabe und deutscher Übersetzung? Dann immer nur her damit und ab in die Kommentare!

Kommentare:

  1. Hey :D

    Du hast mir deinen Blog empfohlen und auf diesen Artikel verwiesen! Da war ich doch neugierig und genau so was hab ich gesucht.
    ich hab mal was ähnliches geschieben, damals gings um eine ander Cover-Sünde, nämlich das Wechseln des Stils mitten im Verlauf der Reihe (https://literatouristin.wordpress.com/2014/07/06/reihen-und-ihre-cover-so-eine-sache/). Vielleicht interessiert es dich ja, mich würde deine Meinung dazu auf jeden Fall brennend Interessieren! Vielleicht machst du darüber ja auch mal einen Artikel? Wäre bestimmt spannend, es gibt sicher noch mehr Bespiele für diese Grausamkeit -.-°

    Dein Blog ist übrigens wundervoll! Ich komme jetzt häufiger vorbei!

    L.G. Bianca (https://literatouristin.wordpress.com)

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    1. Das freut mich, dass es deinem Geschmack entspricht :)
      Sowas in die Art soll ca alle zwei Wochen Sonntags jetzt bei mir landen.
      Ja die Cover-Sünden gehen da schon ziemlich in die gleiche Richtung :)

      Hab bei dir auch schon vorbei geschaut und gleich mal auf Bloglovin in meine Liste eingetragen :)

      LG Nina

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  2. Cooler Beitrag!
    Ich finde aber, dass es auch ein paar Fälle gibt, wo der Spieß umgedreht wurde.
    Bei den "Ein Lied von Eis und Feuer" Büchern von George R. R. Martin liebe ich, dass auf dem Cover jedesmal ein Wappen mit dem dazugehörigen Spruch zu sehen ist. Die englischen Cover sind da weitaus unspektakulärer.
    Die City of Bones Bücher von Cassandra Clare gefallen mir auf Deutsch auch besser. Die englischen Cover sehen so sehr nach Fantasyerotik aus, was die Bücher nun einfach nicht sind. Andererseits sind die deutschen Cover auch nicht unbedingt fantasytypisch.

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    1. Wirklich interessant - City of Bondes kann ich auf deutsch auf gar nicht leiden XD
      Aber ist eben Geschmackssache :)

      Aber oftmals lenken die Cover auch wirklich in einen falschen Inhalt, was schrecklich ist!

      LG Nina

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  3. Hallöchen!

    Ich muss erst mal sagen, dass mir von ein paar der Bücher, die du genannt hast, die deutschen Cover besser gefallen, aber sowas ist ja immer Geschmackssache. Aber ich verstehe voll, was du meinst! Wieso etwas ändern, das schon gut ist?
    Das denke ich mir auch immer, wenn ein englisches Buch im deutschen rauskommt und auch einen englischen Titel hat, der dann ähnlich wie der Originaltitel ist oder (was noch schlimmer ist!) überhaupt nichts mit dem Originaltitel zu tun hat. Wieso lassen sie's nicht einfach, wie es gehört, wenn sie schon einen englischen Titel wollen? Das frag ich mich bei sowas immer wieder!!

    Liebe Grüße,
    Kate

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    1. Hallo :)

      Ja natürlich ist es immer Geschmackssache, welches einem besser gefällt. Oft liegt das besser gefallen eben auch daran, dass man die "Art" der englischen Cover bei uns gar nicht kennt und gewöhnt ist. Ich konnte lange mit denen gar nichts anfangen, erst seit ich wirklich viel davon lese und sie öfter in der Hand habe fand ich einige davon wirklich schön.

      Aber eben es geht ja genau um dieses - ändern was schon da ist und eigentlich passt! Bei Titeln ist es ja fast noch schlimmer. Bestes Beispiel dafür wäre sogar ein gleiches: "Cinder" gegen "Wie Monde so silbern"... WARUM? XD

      LG Nina

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    2. Ja, da hast du vollkommen Recht. Sie sind von der Art her wirklich ganz anders, weshalb mir die deutschend generell wahrscheinlich lieber sind, aber es gibt sehr, sehr viele Bücher, bei denen ich die englischen Cover schöner finde :)

      Ja, genau! Oder Hopeless und Hope forever (heißen die so?) Da macht es einfach überhaupt keinen Sinn. Also manchmal muss man Verläge auch nicht verstehen :D

      Liebe Grüße,
      Kate

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