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Samstag, 18. April 2015

Ahnenforschung und Western - Devil's River

Der Klappentext von "Devil's River", dem neuen Roman des vielfach preisgekrönten Autors und Illustrators Thomas Thiemeyer, verspricht Vergangenheit und Gegenwart, Mythos und Wirklichkeit oder auch Abenteuer und rätselhafte Natur. Ob die Versprechungen gehalten werden können zeigt sich erst spät im Verlauf der gut 500 Seiten.

Devil's River - Thomas Thiemeyer

Eve hat einen harten Schicksalsschlag hinter sich. Ihre geliebte Großmutter ist gestorben und sie muss damit zurechtkommen, dass ihre einzige wirkliche Bezugsperson in der Familie nicht mehr da ist. Doch Eves Großmutter hat ihrer Enkelin ein großes Geschenk im Testament vermacht. Ihr Haus, mit allen Erinnerungen und einer Reise in ihre Vergangenheit zu ihren Vorfahren in FOrm eines Buches mit dessen Hilfe Eve auf die Spur eines Familiengeheimnisses kommen soll.

1878 muss River, eine junge Frau vom Stamm der Ojibwe, nach einer Reise entdecken, dass ihr gesamtes Dorf auf brutalste Weise abgeschlachtet wurde. Sie schwört, ihren Stamm zu rächen und macht sich auf die Suche nach einem mystischen und gefährlichen Wesen. Doch schon ihrer Reise dorthin bleibt nicht ungefährlich, denn sie trifft auf eine Männergruppe - unter ihnen ein gesuchter Frauenmörder.

Der Anfang gestaltet sich ja noch relativ spannend. Es geht auf eine Reise zurück in die Vergangenheit, zwischen Wigwams und Sheriffs ab in den Wilden Westen. Gleich auf die Suche nach einem brutalen Frauenmörder und einer mystischen Kreatur, deren Fluch ein Indianerdorf getroffen hat. Klingt alles wirklich sehr gut und sehr vielversprechend. Man kann sich kaum entscheiden, welche Geschichte man am liebsten weiter verfolgen würde. River auf ihrer Reise durch die Natur oder doch die Sherifftruppe auf der Suche nach einem Mörder.

Dann verstricken sich die beiden Vergangenheitsgeschichten auch noch - man meint es kann nicht besser werden! Doch es wird leider skurriler, aufgesetzter, klischeehafter und langweiliger. Denn irgendwie ist ab dann die Luft raus. Es gibt typisches Männer-Frauen / Weiße-Indianer / Sheriff-Bösewicht-Gehabe und eine Geschichte die nicht mehr vorankommt. Langwierige Diskussionen die sich in die Nerven brennen und ein gemeinsamer Trip, der vorhersehbarer nicht sein könnte.

Die Story kann somit ab diesem Zeitpunkt nicht mehr richtig überzeugen. Aus der Spannung rund um ein mystisches Wesen und einen brutalen Frauenmörder wird eine nette Sippschaft, die gemeinsam einen Geist jagen will. Eine Story rund um Flüche, Beschwörungen und Hokuspokus, die nicht wirklich neu ist und nicht fesseln kann.

Dazu kommen Charaktere, die, je tiefer man in sie eintauchen kann umso klischeehafter werden. Ein brutaler Frauenmörder, der doch nur ein gebeuteltes und misshandeltes Kind war, eine Indianerin, die vielleicht doch nicht so viel Rothaut ist wie sie glaubt und eine Truppe Cowboys die nebenbei immer mal wieder den Macker raushängen lassen. Gerade die Wandlung von einem (wirklich brutalen) Frauenmörder zum verliebten Helden ist extrem unglaubwürdig. "Erfreut" man sich zu Beginn noch an Blut und Spannung, hat man es danach mit einem Weltverbesserer zu tun - irgendwie langweilig.

Wer sich jetzt denkt, scheinbar ist die arme Eve hier in Vergessenheit geraten, der wird auch im Buch selbst nicht wirklich fündig. Mag man zu Beginn noch glauben die Geschehnisse aus der Vergangenheit könnten ihre Nachwirkungen bis in die Gegenwart ziehen, so wird man enttäuscht. Denn Eve ist eine Randfigur, die eigentlich dem ganzen Western Thema nur einen Deckmantel geben soll um sich heute noch gut in den Regalen zu machen. Denn die Zeit des Westerns ist vorbei, aber eine Ahnenforschung in der selben Zeit könnte hingegen noch Interesse wecken. "Devil's River" erweckt ein wenig den Anschein eines mystischen Thrillers, der im Grunde nur eine Geister/Western Geschichte tarnen soll.

Zu dem ganzen Hin und Her gesellt sich dann auch noch ein Ende (sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart), das kitschiger nicht sein könnte. Von Thriller kann da lange schon keine Rede mehr sein, ein Selbstfindungsroman trifft es da vielleicht schon eher.


PS: Diese Rezension ist in toller Kooperation mit Janetts Meinung entstanden, darum könnt ihr meine Rezension auch dort finden :)

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