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Mittwoch, 11. März 2015

King gruselt wieder unterschwellig - Revival

Neues Jahr, neuer Stephen King, neue Anschaffung. Ist natürlich ein Muss. Nicht, dass ich allem eine Stephen King daheim bereits gelesen hätte, aber der neueste muss sich natürlich dazugesellen. Irgendwie steht der dann auch immer vorne an in der Leseliste - immer diese Neuerscheinungen und die Neugierde...

Revival - Stephen King

Jamies leben wird seit seinen jungen Jahren mit einem Schatten überzogen. Bereits im Kindesalter trifft er auf den neuen Prediger der Stadt - Charles Jacobs - der ein guter Freund von ihm werden soll. Zumindest in den ersten Jahren. Dann verlieren sich die beiden nach einigen tragischen Geschehnissen aus den Augen.

Doch die Leben der beiden scheinen durch ein unsichtbares Band verknüpft. Jedes Mal wenn Jamie zufällig wieder über Charles stolpert kann er mitverfolgen, wie sich der ehemals religiöse Kirchenanhänger verändert. Vom Prediger zum Scharlatan, immer mit seinen Zaubertricks rund um Elektrizität im Schlepptau. Doch was Jamie nicht weiß, er spielt darin eine größere Rolle als er selbst erahnt.


Nach "Mr. Mercedes", einem guten Thriller ohne den wirklichen King-Faktor ist der Meister des subtilen Horrors zurück. "Revival" liegt wieder richtig in der Bahn und schafft ab der ersten Seite die richtige Stimmung.

Von Beginn weg erzählt die Geschichte eigentlich eine Idylle. Perfekte Familie im Vorort und das unbeschwerte Leben eines kleinen Jungen. Doch durch einen Unfall verändert sich alles und ein schweres Schicksal scheint sich über die Familie zu legen - doch der Prediger kann zum Glück helfen.

Trotzdem hier eine Geschichte erzählt wird, die nicht wirklich einen großen Horror darstellt, sondern mehr "reale" Schicksalssschläge, kann man von der ersten Seite weg den Horror spüren. Ganz leicht und nur sehr dezent im Hintergrund hört man die herannahende Gänsehaut, das Grauen. Von Seite zu Seite wartet man auf den groben Einschnitt. 
Genau dieser hintergründige und trotzdem stimmungsbestimmende Grusel ist es, was einen Stephen King Roman ausmacht. So harmlos die Geschichte klingen mag, so genau weiß man, dass Größeres dahinter steckt.

Zusätzlich einen Gruselpunkt bildet die Erzählung der Geschichte. Alles wird von Jamie selbst erzählt, man durchstreift sein gesamtes Leben mit allem Höhen und Tiefen und das mit einer eiskalten und schonungslosen Genauigkeit. Man darf teilhaben an einem kompletten Leben und allen schicksalshaften Teilstücken, die dieses Leben ereilt haben.
Durch den Fakt, dass Jamie seine Geschichte selbst erzählt und dessen Ausgang natürlich von Beginn weg kennt unterstreicht die ganze Erzählweise den Gänsehautfaktor noch mehr. Immer wieder kommen Andeutungen, Erinnerungen und Einzelheiten bei denen man schon weiß, dass hier mehr dahinter steckt als eine bloße Erinnerung. Es sind alles Puzzleteile die sich erst zu einem grauenhaften Bild zusammensetzen müssen.

Dazu kommt die Figur des Predigers Charles. Zu Beginn ein christlicher Anhänger, der seine Finger noch in einigen anderen Experimenten vergraben hat und mehr und mehr zum Fanatiker wird. Seine Transformation und sein Werdegang sind es hauptsächlich, die bei jedem Auftreten den großen Stoß von Normalität ins Verderben bringen. Sein Spiel mit der Spannung - der wahren Elektrizität - bringt großes Knistern in die Geschichte. Sowohl erstaunlich bis gruslig zugleich.

Ein wirklich gelungener King Roman, der genau die Stimmung projezieren kann, die man vom Meister erwartet. Eine Empfehlung auf voller Spur. Subtileres Grauen findet man wohl selten - natürlich mit dem skurillen Ende, dass einem King würdig wird.


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