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Donnerstag, 19. März 2015

Ein Teenager auf Roadtrip mit einem Unbekannten - Einäugige Echse

Es war mal wieder Zeit für eine Aktion bei Blogg dein Buch und schwupps war ich drinnen. Ein neuer Jugendbuch Roman aus dem Hause Beltz & Gelberg. Der Titel und das doch sehr farblich freche Cover haben mich neugierig gemacht!

Einäugige Echse - Carl Hiaasen

Richards Cousine, Malley, ist abgehauen. Wieder einmal. Doch diesmal ist etwas anders, denn diesmal ist sie mit einem Typen aus dem Chatroom durchgebrannt. Doch Richard hat eine Vorahnung, denn irgendetwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu.

Als er dann bei den seltenen Telefonaten kryptische Nachrichten von seiner Cousine bekommt macht er sich auf den Weg sie zu suchen. Gemeinsam im Schlepptau der Ökoterrorist Skink, der ihm zur Seite steht.


Zu Beginn hat mich "Einäugige Echse" noch überzeugen können. Ein witziges Kinderbuch mit viel Charme und Tempo. Ging schön leicht von der Leber und hat sich unterhaltsam gelesen. Doch dann ist mir irgendwie die Laus über die Leber gelaufen.

Die Story an sich ist ja wirklich unterhaltsam, gut erzählt und geschrieben und hat seinen eigenen witzigen Charme. Für mich durchschnittlich aber auf jeden Fall nicht schlecht. Aber was hier alles so passiert - in einem Kinderbuch - ging mir dann irgendwann zu weit.

Immerhin dreht sich das ganze um einen Teenager, eindeutig noch nicht im volljährigen Bereich, der einfach mal so mir nichts dir nichts auf Road-Trip mit einem ihm völlig Fremden Mann geht. Noch dazu einem, der im ersten Moment nicht unbedingt vertrauenswürdig erscheint, sondern eher durchgeknallt und abgesandelt. Aber das scheint kein Problem zu sein, denn immerhin hat Richard ihn ja vor dem Road Trip gegoogelt.
Da trichtert man Kindern oft genug ein "nicht zu fremden Menschen ins Auto zu steigen oder mit ihnen mitzugehen" und dann passiert genau das in einem Kinderbuch. Ein bisschen verantwortungslos, auch oder gerade weil es sehr witzig dargestellt wird. Das war mir zu Beginn aber eigentlich noch gar nicht so der Dorn im Auge, aber es geht in selbiger Manier weiter.

Denn in weiterer Folge kommt es dazu, dass Skink dem jungen Richard einfach mal das Autofahren beibringt - klarerweise ohne Führerschein. Alle machen freudig jauchzend mit und finden die Aktion auch noch scheinbar voll in Ordnung (nach einem kleinen Protest zu Beginn). Wäre dem nicht genug, wird dem Teenager auch noch ein gefälschter Führerschein so mir nichts dir nichts besorgt. Ein wenig gar einfach die ganze Geschichte.

Als der Junge dann seiner Mutter den ganzen Trip beichtet bleibt diese auch noch sehr gelassen. Immerhin ist ihr Sohn nur mit einer unbekannten Person relativ weit von zu Hause weg unterwegs. Aber nach der ersten Verschnaufpause ist alles vollkommen in Ordnung und der Trip geht klar. Solch eine gelassene Reaktion hat sich wahrscheinlich schon jeder Jugendliche mal von einem Elternteil gewünscht - erscheint mir aber sehr sehr unrealisitsch und aus den Sternen gegriffen.

Das einzige Thema was im Ganzen gesehen ein wenig Kritik bekommt - ist das Treffen von Personen welche man in einem Chatroom getroffen hat. Denn hier geht einiges daneben und das scheint auch keiner wirklich gutzuheißen. Eine wirkliche negative Aussprache oder gar strenge Kritik oder Auswirkung hat das ganze zum Schluss aber auch nicht.

Dazu gesellt sich auch noch, dass zwischendurch immer wieder sehr ernste Themen eingeworfen werden, die irgendwie total fehlplatziert und aufgesetzt belehrend wirken. So darf man sich über schnelle und witzige Absätze über Politik oder Naturschutz freuen, die weder wirklich etwas beibringen sollen noch zur Geschichte beitragen. Wirkt irgendwie unnötig draufgelegt um ja noch ein paar "ernste" Themen anzuschneiden und einen Lehreffeckt dazu zu packen. In meinen Augen fehlgeschlagen, weil keine wirkliche Lehrwirkung rüberkommt und die Abschnitte viel zu unterhaltsam dargebracht werden.

"Einäugige Echse" ist ein unterhaltsamer Road-Trip zwei komplett unterschiedlicher Personen und Generationen. Stellt aber in meinen Augen viele sehr ernste und gerade im Jugendalter wichtige Themen zu einfach, zu belächelt, zu konsequenzlos dar. Zum Nachahmen auf jeden Fall nicht geeignet - gerade bei der angestrebten Zielgruppe sollte man mit sowas allerdings nicht zu leichtfertig umgehen.


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