Drop Down MenusCSS Drop Down MenuPure CSS Dropdown Menu

Mittwoch, 11. Februar 2015

Durch die Kanalisation von London - Dunkle Halunken

Lang, lang ist es her, dass ich meinen letzten Pratchett gelesen habe. Die Scheibenwelt ist zwar eine Klasse für sich, allerdings zum Spät-Einstieg ein wenig aufwendig und vorallem mit viel Nachholbedarf belegt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ein neuer eigenständiger Roman des Fantasy-Meisters auf den Markt gekommen ist.


Dodger lebt in der Unterwelt von London, besser gesagt in der Kanalisation. Dort sucht er nach verloren gegangenen Gegenständen, die er zu Geld machen kann um davon zu leben. Doch Doger ist kein gemeiner oder hinterhältiger Nichtsnutz im Tiefen seines Herzens.

Denn als er eines Nachts in einer versteckten Gasse eine junge Frau in Nöten sieht, schreitet er ohne großes Zögern ein und hilft ihr. Dodger macht es sich eigenständig zu seiner Aufgabe die beiden flüchtigen Angreifer zu stellen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dabei durchlebt er eine Reise von der Kanalisation bis in die schönsten Villen von London.


Alleine wenn man das Cover betrachtet, kann man sich ziemlich gut vorstellen, was Dodger für ein Charakter ist. Ein liebswürdiger, schlauer und doch hinterlistiger kleiner Gauner, dem man aber eigentlich nicht böse sein kann. Das trifft seinen Charakter auch wirklich gut, denn dieses Bild ist wirklich eine der besten Charakterdarstellungen die ich jemals gesehen hab. Wer sich in dieses Bild verlieben kann, der wird auch den kleinen Dodger lieben.

Vorallem, weil die Geschichte aus ihm so einen sympathischen, grundgütigen und gerechten Charakter formt. Trotzdem er von so wenig lebt ist er immer bedacht anderen unter die Arme zu greifen. Insbesondere wenn es um Ungerechtigkeiten wie Gewalt geht. Ein herzallerliebster Hauptcharakter mit sehr viel Charme, Witz und Hirn.

Storytechnisch darf man sich auf eine Kriminalfall freuen, der von Dodger aufgegriffen wird. Eine Suche nach Schuldigen und Hinweisen, Beweisen und Indizien. Große nervenaufreibende Spannung bleibt aus, allerdings braucht diese Geschichte das auch nicht.

Die Geschichte selbst ist prinzipiell gar nicht so lang, wird - typisch Pratchett - aber sehr genau, detalliert und schön ausgeschmückt erzählt. Jede Kleinigkeit wird betrachtet, erzählt und niedergeschrieben damit man auch ja das gesamte Umfeld bis ins Detail kennen lernt. Prinzipiell nichts schlechtes, stellenweise hätte die Story aber schon etwas schneller sein können.

Zudem gesellt sich, dass die sprachliche Ausführung recht anstrengend ist. Wobei diese natürlich perfekt an das Setting - das London des 19ten Jahrhunderts - angepasst ist. Sehr hochgestochen, ausgeschmückt und aufgesetzt. Es braucht ein wenig Eingewöhnung um da rein zu finden und bleibt bis zum Schluss eher anstrengend und konzentrationsaufwenig als wirklich flüssig. Das ist zwar auch auf seine Art und Weise eine Eigenart von Pratchett aber trotzdem fehlt irgendwie der einfache Fluss des Ganzen.

 Was mir für einen richtigen Pratchett am wesentlichsten Fehlt ist die Prise Fantasy, ist Terry Pratchett doch oprimär als Fantasy Autor bekannt durch seine Scheibenwelt. Doch "Dunkle Halunken" hat nichts magisches, abgesehen von einer fantastischen Geschichte und einem zauberhaften Hauptcharakter. Die wirkliche Magie fehle auf jeden Fall.

Für richtig eingefleischte Pratchett Fans auf jeden Fall ein Kauf, der sich lohnen wird. Unverkennbar unter jeder Art von Bücher - ein typischer Pratchett. Für alle, die allerdings eher etwas leichteres, lockeres und besonders flüssigeres lesen wollen, wahrscheinlich nicht der richtige Griff. Pratchett ist immer einen Versuch wert, allerdings sollte man eben auch wissen worauf man sich einlässt


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...