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Donnerstag, 21. August 2014

Dystopische Romanze - Shatter Me

Ja es war mal wieder ein Cover-Kauf notwendig, auch wenn ich im Vorfeld schon ein bisschen voreingenommen wurde durch die vielen guten Kritiken, die ich über dieses Buch gelesen habe. Aber wirklich alleine wegen des Covers hat es "Shatter Me" verdient in eine Bücherregal einzuziehen, denn es ist einfach wunderschön. Hoffentlich kann die Story auch genausoviel wieder her geben.


Juliette kann kein normales Leben führen, denn sie kann niemanden berühren. Eine einzige Berührung kann ausreichen, um ihr Gegenüber zu töten auch wenn sie das nicht möchte. Doch genau diese Gabe ist es, die das Reestablishment auf ihre Fährte gebracht hat. Denn sie möchten Juliette als Waffe einsetzen um die Welt gefügiger zu machen.

Eingesperrt in eine Zelle für über 260 Tage, alleine ohne irgendeine Ansprechperson, bekommt sie plötzlich einen Zellenkameraden. Adam, den sie wiederzuerkennen glaubt doch nicht daran festhalten will. Doch kann sie Adam vertrauen oder gehört ebenfalls zu ihren Gegner.


"Shatter Me" beginnt mit einem Einstieg direkt in Juliettes Gefangenschaft, ohne Einleitung, ohne Erklärung, ohne nähere Informationen. Erst über das gesamte Buch verstreut lernt man die zerstörte dystopische Welt kennen in der man sich hier bewegt. Doch diese Welt ist wirklich wunderbar düster und trist gezeichnet, wie es sich für eine richtige Dystopie gehört. Auch wenn man wirklich nicht sehr viele Informationen über diese Welt bekommt, so kann man sich die kaputte Gesellschaft nur bestens vorstellen.

Im Gegensatz zu der kalten Dystopie die man erwartet, bekommt man zu Beginn allerdings zu Beginn eher eine Liebesgeschichte serviert die sehr in die Tiefe geht. Sehr philosophisch und schnulzig wird hier eine anbahnende Liebe dargestellt, das man teilweise schon wirklich glaubt, man müsste die Seiten vor Selbstzweifel, Verzweifelung und verschmähter Liebe auswringen. Auf die Dauer ist mir das ein bisschen auf die Nerven gegangen, vor allem weil die Dystopie dabei doch sehr auf der Strecke bleibt. Der Fokus im größten ersten Teil liegt da wirklich sehr stark auf der Liebesschnulze.

Doch zum Glück habe ich durchgehalten und weitergelesen, aufgeben mitten in einem Buch gibt es für mich sowieso nur sehr selten. Aber gegen Ende, in etwa im letzten Viertel, wird man für sein Warten und Durchhalten belohnt. Endlich taucht man in eine dystopische Handlung ein wie man sie sich wünscht und die triefende Liebesgeschichte läuft angenehm beiläufig weiter. Das Szenario wird schneller, dünkler, gefährlicher und hektischer - genau richtig um die gerade aufbauende Spannung zu halten und bis zum Ende davon zu zehren. Und dabei auch noch Lust auf das Weiterlesen im nächsten Teil zu machen. Der Schluss entschädigt wirklich für so einiges an Schnulze was man zuvor über sich ergehen lassen musste.

Wie schon bei der Liebesgeschichte angedeutet, so "lebt" der Charakter von Juliette dadurch, dass er eigentlich nicht wirklich lebt. Sie ist extrem selbstzweifelnd und stellenweise sogar selbstmileidig dargestellt, dass sie einem kurzzeitig schon mal ein wenig auf die Eier gehen kann. Sie hinterfrägt ihre Fähigkeit/ihren Fluch überhaupt nicht, versucht nicht daran zu arbeiten oder sich irgendwie damit zu arangieren sondern versinkt lieder in Selbtmitleid. Manchmal würde man sich wünschen einfach neben ihr zu stehen und ihr ins Gesicht zu schreien, dass sie endlich mal für sich selbst einstehen soll. Scheinbar hat das das Buch dem Ende zu dann auch selbst kapiert und gibt ihr zumindest ein bisschen mehr Charakter, den man zu mögen beginnen kann. Hier allerdings dann vielleicht sogar eine Prise zu viel Hoffnung und Zuversicht, denn plötzlich scheint sie ja von ihrer kleinen Ameisenhaltung regelrecht zu einem unzerstörbaren Superhelden aufzusteigen.
Alle anderen Charaktere bleiben sehr unbeschrieben und flach, auch weil Juliette sie alle selbst erst kennen lernt und nicht viel über sie weiß. Erst Schritt für Schritt fügen sich einzelne Puzzleteile zusammen, die aber definitiv noch kein Ganzes ergeben.

Was das Buch wahrscheinlich von vielen anderen seiner Art unterscheidet, ist das Stilmittel dem sich Tahereh Mafi bedient. Die Geschichte wird aus einer Mischung aus Gedankenwelt und Notizbuch von Juliette erzählt. Dadurch gibt es immer wieder Passagen die ausgestrichen/durchgestrichen sind. Dabei handelt es sich zumeist um "Gedanken" die Juliette nicht denken will oder sich selbst verbietet, was einen tieferen Einblick in ihre Gefühlswelt und Zerissenheit gibt. Diese Passagen sind wirklich interessant und ergreifent, allerdings trägt auch das sehr starkt dazu bei, dass sie schnell so selbstmitleidig wirkt.

Was mich am Schreibstil je weiter ich vorangekommen bin ein bisschen genervt hat war, dass an vielen Stellen, um die einzelnen Textpassagen stärker wirken zu lassen, Wörter dreimal wiederholt wurden. Aber hier wurden alle möglichen Wörter verdreifacht, was mich manchmal schon fast ein bisschen wütend wütend wütend gemacht hat. Klar funktioniert das um einen wirklichen Druck hinter die Aussage zu legen, doch irgendwie stört es auch den Lesefluss. Ist mir je weiter ich gekommen bin mit jedem Mal mehr aufgefallen. Denn zu Beginn hat mir das sogar noch gefallen bzw ist es mir gar nicht so negativ aufgefallen.

Ich muss zugeben nach den ersten drei Vierteln des Buches habe ich schon ein bisschen rot für diese Reihe gesehen. Die Liebesgeschichte war zu heftig, zu vordergründig und zu schnulzig um mich wirklich zu ergreifen und Juliette wirklich zu schwach als Charakter. Doch das letzte Viertel hat das ganze nochmals gedreht und mich überzeugt. Ich war knapp davor maximal 2 Neuner zu geben, doch der Schluss hat mir wirklich so gut gefallen, dass die Wertung noch nach oben geschossen ist. Ich werde definitiv weiterlesen und hoffen, dass im Stil des Endes weitergeht und nicht wieder in die seichte Schnulze abrutsch. Aber irgendwas muss an der durchweg guten Kritik ja dran sein.

Wer gleich weiterlesen will zu den anderen Bänden, der kann gleich mal in "Unravel Me", "Ignite Me" und "Unite Me" reinschmöckern.


N9erz

PS: Auf Deutsch hat die Serie in meinen Augen übrigens fürchterliche Namen. "Ich fürchte mich nicht" klingt so wenig eingängig im Vergleich zu "Shatter Me" und die Cover sind in der Originalausgabe aus meiner Sicht auch um einiges schöner. Schade eigentlich, aber bei mir ziehen wohl definitiv  die englischen Ausgaben ein.

Kommentare:

  1. Huhu Nina!
    Ich lese das Buch gerade und bin zwar erst am Anfang, hab aber ähnliche Eindrücke wie du.
    Danke für die schöne Rezi, ich werd auf jeden Fall weiterlesen auch wenns noch so schnulzig wird. :3
    LG Nina

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