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Sonntag, 25. Mai 2014

Keine Macht den Datenkrallen - Zero

Wiedereinmal Glück gehabt bei einer Leserunde oder besser gesagt diesmal sogar einer Lesechallenge! Ich hab mich auch wirklich riesig gefreut diesmal, dass ich dabei sein durfte, denn "Zero" von Marc Elsberg hatte ich sowieso schon im Visier.


Bei einer Verfolgungsjagd in London stirbt ein Junge. Er war Nutzer der neuen Internet Plattform FreeMee, die ihren Usern verspricht mehr aus ihrem Leben machen zu können. Mit Anweisungen und Tipp aus ihren ActApps, basierend auf den Daten die der User größtenteils selbst einspeist. Doch bei Adam hat dies zu Selbstüberschätzung geführt und er ist in den Tod gerannt - obwohl in seine App davor gewarnt hat.

Scheinbar wenige sind darauf bedacht, was sie FreeMee alles zur Verfügung stellen oder an welche Anweisungen sie sich bei der Befolgung der ActApps halten - das einzige was zählt ist der soziale Aufstieg.
Nur einer ist wirklich dagegen und zeigt dies eindrucksvoll im Internet - Zero, ein mysteriöser Online Aktivist und Gegner der Datenkrallen. Doch nach seinen brisanten Videos und den Vorfällen rund um FreeMee sind jetzt alle auf der Suche nach Zero. Auch die Journalistin Cynthia - die bald tiefer darin verwickelt ist, als sie sich gewünscht hat.


"Zero" ist ein Roman, der sich wirklich und vollends mit Problemen beschäftigt, die wir zum heutigen Zeitpunkt schon haben. Überall kursieren Informationen und Daten über jede Person, die Überwachung soll nach einigen Stimmen am besten flächendeckend vorhanden sein, der Mensch wird immer mehr wirklich zum gläsernen Menschen.
Doch was passiert, wenn wir zu viel von uns Preis geben? Was passiert wenn wir dadurch nicht unser Leben verbessern sondern mehr und mehr manipuliert werden können?
Genau damit beschäftigt sich "Zero".

Spannend und wirklich eindrucksvoll wird man hier in eine (sehr nahe) Zukunft transportiert, die uns wahrscheinlich schneller erreicht als uns lieb ist. Wie der Autor auch selbst sagt, sind alle Techniken und Programme die im Buch vorkommen in der Realität schon vorhanden. Teilweise sogar schon unter Verwendung.
Gerade das ist es, was das Buch so eindrucksvoll und erschreckend zugleich macht. Wer selbst User von diversesten Internetplattformen, Kundenkarten und sämtlichen anderen Datensammlungen ist, wird während des Lesen bestimmt ein etwas bedrückendes Gefühl auf der Brust bekommen.

Wir dürfen dabei die unterschiedlichsten Charaktere treffen, die wir alle bestens selbst aus dem Leben nennen könnten. Hier wäre Cyn: eine Gegnerin der modernen Technik, nicht weil sie damit nichts anfangen kann, sondern weil sie die Generation vor den technischen Neuerungen ist. Die Beschäftigung mit diesen Medien ist ihr zu aufwendig und darum verwendet sie sie nicht. Bis sie von der Arbeit dazu gezwungen ist und schnell merkt wie einfach man ihnen verfallen kann.
Daneben ihre Tochter Vi gemeinsam mit ihren Freunden - Generation Technik. Jedes Gadget, jede App wird sofort getestet und verwendet. Hintergedanken was diese Nutzung aus ihnen macht haben sie sehr wenige.
Neben vielen Firmenhaien und schlagzeigengeilen Journalisten wäre da dann noch Zero. Einer der wenigen der den Datensammlungen kritisch gegenüber steht und seine Kritik und Angst mit der ganzen Welt teilt. Er will davor schützen, dass wir alle zu gläsern werden oder gar bald einer Norm entsprechen könnten, die eine einzige Firma für uns ausgesucht hat. Genau dadurch wird er zum großen Gejagten.

Diese Mischung und die daraus resultierenden Konflikte sind es, die dem Buch seinen Pfeffer geben. Dazu noch die actionreiche Jagd nach dem großen unbekannten Zero und fertig ist ein geniales Werk. Auch wenn man stellenweise von sehr technischen Passagen überschüttet wird oder sich die Dinge überschlagen - gerade das bringt nochmals heraus, wie wenig wir uns teilweise mit der Technik auskennen, die wir verwenden.

Denn die große Frage die man sich nach dem Lesen stellt: Kann mir sowas auch passieren? Bin ich dafür auch anfällig? Die meisten werden so weitermachen wie bisher, denn jeder wird sich denken "Mir passiert sowas schon nicht! Ich entscheide immer noch über mich selbst egal was andere mir für Vorschläge machen!" oder ähnliches. Doch wenn wir alle einmal nur eine Sekunde ehrlich zu uns sind, werden wir wahrscheinlich herausfinden, dass wir alle potentielle Opfer sein könnten!

Alleine wegen der Brisanz und der Aktualität des Romanes gemischt mit der hervorragenden Spannung und einer Geschichte die so realitätsnah ist, dass man sie eigentlich fast gar nicht hören und vor allem nicht glauben will, muss man "Zero" lesen.
Das am Ende sich die Dinge überschlagen und beim schnellen Lesen vielleicht mal der ein oder andere Zusammenhang flöten geht ist dabei nebensächlich. Außerdem sollte man diesem Werk definitv auch seine Zeit schenken, die es verdient!


N9erz

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