Drop Down MenusCSS Drop Down MenuPure CSS Dropdown Menu

Samstag, 10. Mai 2014

Österreich-Ungarn besteht noch und die Deutschen haben den Mond besiedelt - Der Komet

Der Klappentext hatte mich sofort im Bann - "I bin doch ned deppat, i fohr wieder z'haus".
Der erste udn zweite Weltkrieg sind ausgefallen und eine deutsche Kolonie hat den Mond besiedelt. Das klingt doch nach Spaß!


Die Geschichte wie wir sie kennen (erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg, der kalte Krieg,...) hat nie stattgefunden. Statt dessen ist Thronfolger Franz Ferdinand nach dem gescheiterten Attentats Versuch 1914 einfach nach Hause gefahren und hat alles verändert.

Dadurch kommen wir in ein 20. Jahrhundert, in dem die Nachfahren von Hitler und Stalin als 0815 Menschen unter uns leben, geplagt von Alpträumen mit unserer heutigen Geschichte. Die neue Zeit sieht vor, dass man jetzt von Schwechat getrost auf den Mond fliegen kann und so manch andere Erfindung einzu gehalten hat (oder auf der Zeitleiste einfach verschollen geblieben ist).

Doch dann kommt die traurige Wahrheit - ein Komet ist im Anflug auf die Erde. Was wird wohl dann passieren?

Mich hatte der Roman mit seiner Idee eigentlich sofort in seinen Bann gezogen. Allerdings kam dann bereits nach wenigen Seiten die Ernüchterung - das Buch war so gar nicht meins. Dafür, dass im Klappentext angekündigt wird, dass "kein Auge trocken bleibt" waren schon die ersten Seiten und Kapitel extrem trocken und langwierig.

Die Charaktere sind mir gar nicht ins Blut übergegangen. Dadurch, dass scheinbar alle Namen mit A anfangen (zumindest bekam ich diesen Eindruck) hatte ich binnen kürzester den Überblick verloren, um welche Person es sich gerade handelte und in welchem Zusammenhang sie stehen.

Zusätzlich zu den Charakteren die für mich einfach sehr entfernt geblieben sind, trieft das Buch nur so vor Nostalgie und Schwärmerei in der "guten alten Zeit". Es scheint nicht nur so zu sein, dass große Ereignisse nicht stattgefunden haben, sondern die Welt einfach im Jahre 1914 stehen geblieben ist. Einzig die Forschung hat technischen Fortschritt betrieben.
Passend dazu scheint man sich über große Teile hinweg einfach nur einer Psychoanalyse zu befinden, die einem eher den Kopf verdreht als ihn wieder gerade zu rücken.

Hinzu kommt noch, dass sprachlich eine sehr trockene Umgangsform und extrem hölzerne Dialoge vor einem liegen. Ich konnte der Geschichte kaum wirklich gemütlich und angenehm folgen, sondern musste mich wirklich konzentriert (und ohne jede Störung) hinsetzen und lesen. Dadurch empfand ich das Ganze nicht wirklich als Entspannung sondern eher als Anstrengung.

Ich hatte mir etwas unterhaltsameres erwartet und keine anstrengende Liebeshymne an die Habsburger Zeit. Auch wenn man den ein oder anderen wirklich witzigen Aspekt aus dem Buch ziehen kann, so war ich weit davon entfernt Tränen zu lachen.

Einzig und allein für die eigentlich geniale Idee muss ich einen Zusatzpunkt vergeben.


N9erz

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...