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Donnerstag, 24. Januar 2013

Blind für eine Stunde - Noir "The Dark Side Of The Spoon"

Bin gerade - erwähnenswerter Weise unbekleckert - vom Dinner in the Dark im Noir Heim gekommen und muss diese Erfahrung natürlich sofort mit euch teilen.

Zu meinem Geburtstag habe ich einen Gutschein für das Dinner bekommen und anlässlich des Geburtstages meines Freundes haben wir diesen heute eingelöst. War schon wirklich gespannt darauf.

 
Das Noir befindet sich auf der Neubaugasse 8 im Untergeschoss eines Wohnhauses. Gleich beim Betreten fühlt man sich direkt wohl. In gedämpften Licht gibt es einen Wartebereich in welchem man gemütlich darauf warten kann, dass sein Tisch bereit ist. Währenddessen kann man schon mal seine Getränke aus der Karte auswählen. Danach wird man gebeten all sein Hab und Gut in der Garderobe zu versperren, inklusive Handy, Taschen, Jacken und Uhren. Insbesondere alles was leuchten kann muss abgegeben werden. (Darum auch Uhren weil diese oft fluoreszierende Ziffernblätter haben.) 

Jedes Jahr gibt es ein anders Thema unter welchem die Dinners veranstaltet werden. Dieses Jahr dreht sich alles um "1001 Nacht".
Zur Einstimmung darauf haben wir einen schmackhaften orientalischen Tee serviert bekommen und durften auch schon auf unsere blinde oder stark seheingeschränkte Bedienung warten.

All das hat noch in mit Beleuchtung stattgefunden, doch danach ist Schluss mit Sehen - Dioptrien hin oder her. Die eigene Bedienung führte uns in einen kleinen Raum bat uns an den Schultern zu fassen und einmal ihr die Hand zu reichen, damit sie uns führen konnte und schon ging auch das Licht aus.
Und mit Licht aus meine ich wirklich voll und ganz Licht aus. Es gibt keinen einzigen Fleck Licht an welchem man sich orientieren könnte. Keine Notfallsbeleuchtung oder ähnliches. Man sieht sprichwörtlich die Hand vor den Augen nicht.

Über Stufen, eine kleine "Brücke" und Schotter wurden wir zu unsesm Platz geleitet und bekamen auch sogleich unsere gewählten Getränke serviert. Das diese in der Glasflasche und mit einem leeren Glas serviert wurden war dann wohl die erste Prüfung. Einschenken ohne etwas zu sehen ist gar nicht so schwer, einzig und alleine abzuschätzen wie voll (oder besser gesagt leer) das Glas ist stellt die Herausforderung dar. Nur zu erwähnen, ich habe aus einer 300ml Flasche insgesamt vier Mal in ein geschätztes 250ml Glas eingeschenkt ;)

Zum Essen sollte man wohl noch dazu sagen, dass man nicht weiß, was man serviert bekommt. Erst nach dem Essen wird man aufgeklärt woraus der jeweilige Gang bestanden hat. Vor Beginn des Ganzen wird man einzig und alleine nach Allergien oder Unverträglichkeiten gefragt. 

Der erste Gang - die Suppe - wird ebenfalls nur als leerer Teller serviert, die Suppe kommt extra in einer kleinen Kanne. In den Teller einfüllten war dann schon etwas ungewohnter, aber auch das wurde bravourös gemeistert. Das Essen der Suppe an sich geht relativ automatisiert, trotz Stockfinsternis.

Die Haupspeise war bereits im Teller, mit Messer und Gabel zu essen ohne etwas zu sehen ist allerdings schon nicht mehr ganz so leicht. Ich gestehe (und es wird wohl auch beinahe schon erwartet), ich habe Teile davon mit den Fingern gegessen. Das tut dem Geschmack aber nichts ab ;)

Zum Schluss gibt es noch eine kleine leckere Nachspeise und auch diese haben wir ohne dramatische Unfällte gemeistert zu essen.

Was wir gegessen haben will ich hier nicht direkt verraten, vielleicht möchte ja jemand selbst die Erfahrung machen und die momentan orientalischen Köstlichkeiten selbst probieren.

Während den Gängen gibt es auch immer ein zum Thema passendes Entertainment. So mussten wir 3 Aufgaben unseres persönlichen Djinns lösen um ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Zuerst mussten wir 5 orientalische Gewürze erriechen, danach 5 Tiere ertasten und zum Schluss noch 5 Stoffe erfühlen. Wirklich nicht einfach, vor allem das riechen. Damit man zum Schluss auch noch weiß was man selbst geraten hat darf man alle seine Entscheidungen auf einen Zettel am Tisch aufschreiben - in kompletter Finsternis. Ich will euch nicht vorenthalten wie meine "perfekt" meine Orientierung auf einem einfachen A4 Zettel in Dunkelheit ist darum hier ein Eindruck davon:
 

(Keine Angst falls ihr die "Antworten" darauf lesen könnt - die meisten davon sind sowieso falsch XD)
Alles in allem kann ich euch die Erfahrung wirklich empfehlen. Es ist schon was ganz besonderes wenn man wirklich nichts mehr sehen kann und sich trotzdem irgendwie durchs Essen schlagen muss (welches übrigens wirklich hervorragend war). Man glaubt gar nicht wieviel man "sieht" obwohl man nichts sieht. Ich wusste zum Beispiel die ganze Zeit von Beginn weg, dass neben meinem Sitzplatz eine Wand war. Warum kann ich euch nicht sagen.

Wirklich hier nochmal ein großes Lob an das gesamte Team von Noir und vor allem an die sehbehinderten Angestellten. Es war wirklich ein Erlebnis!

N9erz

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